Andrej Holm hat Kritik an seinem Umgang mit der eigenen Stasi-Vergangenheit zurückgewiesen. Holm, der als Staatssekretär für Bauen in Berlin zurückgetreten war, sagte der Süddeutschen Zeitung, er habe sich um Offenheit und Selbstkritik bemüht.

"Ich habe eher eine vermutlich naive Offenheit an den Tag gelegt, die mir oft als Ausflucht oder Relativierung ausgelegt wurde. Wahrscheinlich wäre es besser gewesen, mich auf einen Anwalt zu verlassen und alle Nachfragen zu meiner Biografie mit vorbereiteten Worthülsen abzuwehren", sagte Holm. Vorwürfe, er habe die Tätigkeit der DDR-Staatssicherheit bagatellisieren wollen, machten ihn fassungslos.

Der von der Linken ernannte Bau-Staatssekretär war als Folge der Stasi-Affäre am vergangenen Montag zurückgetreten. Ihm war vor allem der Umgang mit seiner Vergangenheit vorgeworfen worden.

Holm, vormals wissenschaftlicher Mitarbeiter der Humboldt-Universität, hatte 2005 in einem Personalfragebogen verneint, hauptamtlicher Mitarbeiter der Stasi gewesen zu sein. Die Hochschule sah sich arglistig getäuscht, Holm verlor seinen Posten. Holm bestritt in der Süddeutschen Zeitung, dass er gegenüber der Universität bewusst falsche Angaben gemacht habe. "Es gab keine arglistige Täuschung, und ich wollte nichts verbergen," sagte er.