Die Humboldt-Universität hat das Arbeitsverhältnis mit dem zurückgetretenen Berliner Staatssekretär für Wohnen, Andrej Holm beendet. Man habe ihm "ordentlich gekündigt", sagte Universitätspräsidentin Sabine Kunst am Mittwoch unter lautstarkem Protest von Studenten. Holm war wissenschaftlicher Mitarbeiter der Uni.

Holm war Anfang der Woche als Staatssekretär zurückgetreten. Er war damit seiner Entlassung zuvorgekommen. Hintergrund ist Holms frühere Arbeit für die Stasi. Der heute 46-Jährige hatte 2007 in einem Interview publik gemacht, dass er in der DDR Stasi-Offizier werden wollte und in der Wendezeit eine militärische Ausbildung bei Einheiten der Staatssicherheit absolviert hatte. Allerdings musste er einräumen, dazu falsche Angaben in einem Personalfragebogen der Humboldt-Universität im Jahr 2005 gemacht zu haben. Dort war er bis zu seiner Berufung in den Senat als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig. Die damaligen falschen Angaben sind nun Grund der Entlassung an der Uni.

Seinen Rücktritt wertete Holm in erster Linie als Auswirkung einer Krise in der rot-rot-grünen Berliner Regierungskoalition. Er habe sich "nicht nur in den letzten Wochen bemüht, offen und selbstkritisch mit meiner Biografie umzugehen", hatte Holm mitgeteilt. Beim Ausfüllen des Personalbogens der Humboldt-Universität habe er auch keine bewusste Falschaussage gemacht, sondern sich vielmehr auf seine Erinnerung verlassen, gab Holm bereits in einer früheren Erklärung an.