Die Leipziger islamfeindliche Protestbewegung Legida will künftig keine regelmäßigen Großdemonstrationen mehr veranstalten. Wie die Leipziger Volkszeitung und der MDR berichten, kündigte das Organisationsteam der Demonstrationen auf einer Kundgebung an, sich von der Straße zurückzuziehen. Die Bewegung bleibe jedoch aktiv und werde künftig noch kleinere Veranstaltungen organisieren. Geplant seien unter anderem Bürgerforen und Kabarett. "Wir sind weiter im Internet, wir rufen zu Veranstaltungen auf, aber die zwei Jahre haben viel Kraft gekostet", sagte Mitorganisator Arndt Hohnstädter der Leipziger Volkszeitung.

Der Rückzug von der Straße erfolgt fast genau zwei Jahre nach dem ersten Protestmarsch am 12. Januar 2015. Zur ersten Kundgebung waren laut MDR noch bis zu 3.000 Personen gekommen. Zur nun vorerst letzten Demo erschienen Medienberichten zufolge nur noch rund 400 Anhänger. Die Gegendemonstration war mit bis zu 2.000 Personen deutlich größer.

Auf der Legida-Veranstaltung trat unter anderem Rockband Kategorie C auf, die laut MDR vom Verfassungsschutz Bremen beobachtet wird. Die Stadtverwaltung hatte noch am Nachmittag ein Auftrittsverbot geprüft.

Die Leipziger Bewegung gilt jedoch als radikaler als ihr Ableger in Dresden. In den vergangenen zwei Jahren kam es im Rahmen der Protestmärsche immer wieder zu Ausschreitungen und Schlägereien. Auch am Montag gab es Zwischenfälle. Laut einer Pressemitteilung der Polizei wurden am Abend neun Straftaten registriert. Darunter drei versuchte gefährliche Körperverletzungen, eine Körperverletzung, drei Fälle von Widerstand gegen Polizeibeamte, eine Sachbeschädigung und ein Verstoß gegen das Versammlungsgesetz. Die Polizei war mit einem Großaufgebot sowie Hubschraubern, Räumpanzern, Wasserwerfern und Reiterstaffel im Einsatz.

Bei den Organisatoren der Gegendemonstrationen äußerte man sich über den erklärten Rückzug von Legida erleichtert. "Die letzten zwei Jahre waren für die, die den Gegenprotest organisiert haben, sehr anstrengend", sagte Grünen-Landeschef Jürgen Kasek. Er habe die Hoffnung, dass man wieder zu einer sachlichen Diskussion zurückkehren könne.