Ein in Berlin angeklagter Pakistaner soll im Auftrag des Irans den SPD-Politiker Reinhold Robbe mit dem möglichen Ziel eines Anschlags ausspioniert haben. Die Bundesanwaltschaft geht nach Angaben von WDR, NDR und Süddeutscher Zeitung laut Anklageschrift davon aus, dass es bei der Spionage darum ging, mögliche Anschlagsziele von Einrichtungen mit Israel-Bezug sowie ihrer Repräsentanten auszuforschen. Der frühere Wehrbeauftragte Reinhold Robbe war bis 2015 Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft.

Laut Generalbundesanwalt "stand der Beschuldigte in Verbindung zu einer dem Iran zuzurechnenden geheimdienstlichen Einheit". Die von ihm gesammelten Informationen habe der Beschuldigte im Oktober 2015 an seine Auftraggeber im Iran übermittelt.

Die Bundesanwaltschaft hatte am 2. Januar mitgeteilt, dem 31-jährigen Pakistaner werde am Kammergericht Berlin der Prozess gemacht. Dem Mann wird vorgeworfen, in Berlin Robbe sowie in Paris einen Professor an einer Wirtschaftshochschule ausgekundschaftet zu haben. Anfang Juli 2016 war der mutmaßliche Spion in Bremen festgenommen worden.

In der Anklageschrift werde der mutmaßliche Agent beschuldigt, ein Bewegungsprofil des SPD-Politikers erstellt und das Gebäude der Deutsch-Israelischen Gesellschaft observiert zu haben. Dies werde als klares Indiz für eine Attentatsvorbereitung gewertet, berichteten die Medien. Dabei soll der mutmaßliche Agent allerdings in vielen Bereichen relativ dilettantisch vorgegangen sein.