Berlin soll nun doch ein Freiheits- und Einheitsdenkmal bekommen. Die sogenannte Einheitswippe komme "so wie vom Deutschen Bundestag 2007 und 2008 beschlossen", erklärten der Vizechef der Unionsfraktion, Michael Kretschmer, und der CDU-Kulturpolitiker Marco Wanderwitz. Am Morgen hätten sich die Fraktionschefs von Union und SPD, Volker Kauder und Thomas Oppermann, erneut auf das umstrittene Denkmal geeinigt. Es soll wie geplant in der Nähe des neuen Berliner Stadtschlosses aufgestellt werden.

Das Projekt einer beweglichen, leicht gewölbten Schale war vor gut einem Jahr vom Haushaltsausschuss des Bundestags gestoppt worden, weil sie drohte, viel zu teuer zu werden. Statt der ursprünglich veranschlagten zehn Millionen Euro sollte das Projekt fünfzehn Millionen Euro teuer werden, so eine damalige Schätzung des Bundesfinanzministeriums.

Der Architekt der Wippe, Johannes Milla, hatte den Haushaltsausschuss für diese Entscheidung stets kritisiert. Im Januar sagte Milla dem Berliner Rundfunk, er erwarte, dass der Entwurf realisiert werde. Dieser sei als Sieger aus zwei Wettbewerben mit 920 Einreichungen hervorgegangen. Es gebe eine Baugenehmigung und alle technischen Fragen seien gelöst. Das Projekt sei komplett baureif.

Auch Lammert will die Wippe

Tatsächlich soll sowohl an dem Entwurf als auch am Standort festgehalten werden. Die Kulturpolitiker der Unionsfraktion betonten, sie hofften, dass es nun bald zum Spatenstich komme.

Das Denkmal soll an die Friedliche Revolution 1989 und an die Wiedervereinigung erinnern. Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) hatte am Sonntag in seiner Rede vor der Bundespräsidentenwahl erneut ein solches Denkmal eingefordert.