CSU-Chef Horst Seehofer zieht in Erwägung, auch nach der bayerischen Landtagswahl 2018 Parteivorsitzender und Ministerpräsident zu bleiben. "Darüber führe ich gerade Gespräche in meiner Partei, auch mit meinen Amtsvorgängern", sagte Seehofer dem Spiegel. Die Entscheidung soll demnach bis zum 6. Mai feststehen, wenn die CSU ihre Liste für die Bundestagswahl im September aufstellt. Auch die Süddeutsche Zeitung meldet, dass in der CSU viele davon ausgehen, dass Seehofer eine weitere Amtszeit anstrebt.

Seehofer ist seit Oktober 2008 CSU-Vorsitzender und bayerischer Ministerpräsident. Bislang hatte der 67-Jährige erklärt, dass er nach der Landtagswahl 2018 aus der Politik ausscheiden wolle. Ambitionen auf Seehofers Nachfolge hegt vor allem der bayerische Finanzminister Markus Söder (CSU).

Sollte es doch einen Nachfolger für den CSU-Chef geben, müsse der im Falle eines Sieges bei der Bundestagswahl im Kabinett in Berlin sitzen, so Seehofer. Für sich selbst setzt er auf eine andere Lösung: "Falls ich weitermache, ist das anders. Ich glaube, ich habe jetzt mehr als acht Jahre lang gezeigt, dass ich nicht persönlich in Berlin sitzen muss, um dort wirkmächtig zu sein", sagte er dem Spiegel.

Im vergangenem Oktober hatte Seehofer sich mit Söder darüber gestritten, ob die Spitzenämter der CSU getrennt werden sollten. Seehofer war für eine Trennung zwischen dem Amt des Parteichefs und dem des bayerischen Ministerpräsidenten. Bayerns Finanzminister Söder hielt davon wenig. Seehofer hatte damals allerdings noch angekündigt, eines der Ämter aufgeben zu wollen.