Deutschland und vier andere Länder dürfen ihre Grenzkontrollen um drei weitere Monate bis Anfang Mai verlängern. Der EU-Ministerrat in Brüssel nahm eine Empfehlung der Kommission an. Die Staaten sollen sich in den kommenden Monaten mit betroffenen Anrainern austauschen und die Kontrollen auf das nötige und angemessene Maß beschränken, hieß es weiter.

Deutschland hatte wegen der hohen Flüchtlingszahlen im September 2015 als erstes Schengen-Land Kontrollen an der Grenze Bayerns zu Österreich eingeführt. Es folgten Österreich, Dänemark, Schweden und Norwegen.

Eigentlich herrscht im Schengen-Raum Reisefreiheit, Ausnahmen sind nur befristet möglich. Bereits Ende vergangenen Jahres hatte sich die EU-Kommission dafür ausgesprochen, die Kontrollen wieder zu beenden. Ende Januar erklärte sie dann, der Zeitpunkt sei "trotz einer allmählichen Stabilisierung der Lage" noch nicht gekommen. EU-Innenkommissar Dimitris Avramopoulos warnte jedoch schon damals vor einem Dauerzustand. Die Kontrollen könnten "nicht für immer" fortgesetzt werden.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hatte bereits deutlich gemacht, dass er die Kontrollen auch über Mai hinaus verlängern will. Er wolle sie fortan nicht mehr nur mit der Flüchtlingskrise, sondern auch mit der Terrorgefahr begründen. Eine Zustimmung der Kommission für die Verlängerung wäre dann nicht mehr nötig. Die EU-Kommission will hingegen sobald wie möglich die Reisefreiheit im Schengen-Raum zurück.