Frauke Petry hat über die Möglichkeit eines Rückzugs aus der Alternative für Deutschland (AfD) gesprochen. Dem Tagesspiegel sagte die Bundessprecherin der Partei: "Weder die Politik noch die AfD sind für mich alternativlos." Es sei sinnvoll, das eigene Leben von Zeit zu Zeit zu überdenken und neu zu justieren. "So halte ich das auch jetzt, nach mehr als vier Jahren in der AfD, die einen enormen Kraftaufwand bedeutet haben und den Abschied von einem geregelten Leben."

Angesprochen auf Anfeindungen aus der eigenen Partei sagte Petry, man dürfe Angriffe in der Politik nicht persönlich nehmen, "sonst hält man es nicht lange aus". Allerdings müsse jeder Politiker zugeben, dass ihn die Auseinandersetzungen auch persönlich berührten: "Alles andere wäre gelogen."

Petry ist heftiger Kritik eines Teils ihrer Partei ausgesetzt. Auf dem Landesparteitag in Sachsen waren ihr während der laufenden Diskussionen die Tränen gekommen. Sie hatte dort insofern auch eine Niederlage einstecken müssen, da die Delegierten beschlossen, der Landesvorstand möge ein Parteiausschlussverfahren stoppen. Der Vorstand hatte ein Ausschlussverfahren gegen den AfD-Bundestagskandidaten Jens Maier angestrengt. Grund war unter anderem eine umstrittene Rede in Dresden, auf der der Jurist im Januar ein Ende des "Schuldkults" verlangt hatte. Er bezog sich damit auf die Verbrechen der Nationalsozialisten. 

Maier sprach bei der Veranstaltung vor dem Thüringer Landes- und Fraktionschef Björn Höcke. Der wiederum sprach im Zusammenhang mit dem Berliner Holocaustmahnmal von einem Mahnmal der Schande. Der Bundesvorstand beschloss nach langer Diskussion, auch gegen Höcke ein Ausschlussverfahren einzuleiten. Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wurden wieder eingestellt.

Der Bundesparteitag der AfD findet Ende April statt. Dann soll auch die Frage entschieden werden, ob die AfD mit einem Spitzenteam oder einem einzigen Spitzenkandidaten in die Bundestagswahl zieht. Die Parteibasis hatte sich in einer Mitgliederbefragung mehrheitlich für ein Spitzenteam ausgesprochen. Wer diesem Team angehören soll, sollte eine weitere Befragung ergeben. Sie wurde jedoch abgesagt, weil die Beteiligung an der ersten weit geringer als erwartet ausfiel.