Martin Schulz - Höheres Bafög und Ehe für alle Der SPD-Kanzlerkandidat, Martin Schulz, spricht sich im Interview mit ZEIT Campus ONLINE für eine Erhöhung der Studienförderung aus. Auch zur Rentenfinanzierung äußerte er sich. © Foto: Andreas Prost/ZEIT ONLINE

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hat sich für eine Erhöhung der Studienförderung ausgesprochen. "Wir brauchen eine Bafög-Ausstattung, die zum Beispiel Kindern aus Arbeiterhaushalten die Möglichkeit eröffnet zu studieren", sagte Schulz im Interview mit ZEIT Campus ONLINE. Es gebe eine ganze Reihe von jungen Frauen und Männern, die studieren wollten, bei denen aber die finanziellen Voraussetzungen in den Elternhäusern nicht gegeben seien.

Auf eine konkrete Summe wollte sich Schulz in dem Gespräch aber nicht festlegen. Das sei dann "abhängig von der Finanzlage des Bundes", sagte der SPD-Politiker. Aber auch Auszubildenden ohne Abitur müsse stärker geholfen werden. Das Meister-Bafög beispielsweise sei ein guter Ansatz. Menschen mit Lehrberufen können diese finanzielle Unterstützung beantragen, wenn sie sich höher qualifizieren wollen.

Festlegen wollte sich Schulz auch nicht in der Frage, ob er sich als Bundeskanzler für eine Legalisierung von Cannabis einsetzen würde. "Aus medizinalen Erwägungen heraus" könne eine Legalisierung durchaus sinnvoll sein, aber ob das Rauschmittel auch allein zum Genuss frei verfügbar sein soll, könne er momentan nicht beurteilen, sagte der SPD-Politiker. Wenn seine Fraktion im Bundestag dies aber durchsetzen wolle, werde er sich dem nicht entgegenstellen.

Für die Ehe für alle

Eine klare Position äußerte Schulz hingegen in der Frage, ob er sich für die Ehe von Schwulen und Lesben einsetzen werde: "Eindeutig ja", sagte Schulz. "Ich bin für die Ehe für alle und auch dafür, dass wir die ehelichen Rechte, und dazu gehört die Adoption, mit einführen."

Schulz warb außerdem dafür, die Solidarität zwischen den Generationen in der Rentenpolitik nicht zu sehr zu belasten. Es könne nicht sein, dass man "bei immer längeren Lebenszeiten die Leistungsfähigkeit der Aktiven überfordert". Um mehr Gerechtigkeit in diesem System für junge Einzahler zu schaffen, müsse ein neuer Generationenvertrag entworfen werden.  

Hier könne es nicht nur um die Umlagenfinanzierung gehen, also um Beiträge in die Rentenkasse. Man müsse neue Einnahmequellen erschließen, beispielsweise einen höheren Anteil der Finanzierung durch Steuern. Möglich sei auch, "mehrere Personengruppen miteinzubeziehen, die bisher nicht in die Rentenkasse einzahlen". Derzeit wird etwa diskutiert, ob Selbstständige oder Beamte in die gesetzliche Rentenkasse einzahlen sollen. Konkret wurde Schulz in diesen Punkten aber nicht.