Griechische linke Autonome wollen die Briefbombe an die Poststelle des Bundesfinanzministeriums geschickt haben. "Wir übernehmen die Verantwortung für die Entsendung der Paket-Attrappe an den Finanzminister Deutschlands", hieß es in einer Erklärung der Untergrundorganisation Konspiration der Feuerzellen.

Die Polizei äußerte sich zunächst nicht zu der Frage, ob das Bekennerschreiben echt sei. Die Autonomen erklärten sich in der Mitteilung solidarisch mit in Griechenland verurteilten Mitgliedern ihrer Organisation sowie anderer gleichgesinnter Organisationen im Ausland.

Im Berliner Bundesfinanzministerium war am Mittwoch eine Postsendung mit einem explosiven Gemisch und scharfem Zünder entdeckt worden. Das sogenannte Blitzknallgemisch hätte laut Polizei beim Öffnen zu erheblichen Verletzungen führen können.

Berlin - Sprengstoffpaket kam aus Griechenland Das Paket, das im Bundesfinanzministerium mit explosivem Stoff abgefangen worden ist, soll der griechischen Regierung zufolge in Athen abgeschickt worden sein. © Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Wie die Nachrichtenagentur dpa aus Kreisen des Athener Bürgerschutzministeriums erfuhr, erwarten die Experten in Griechenland Informationen aus Berlin darüber, wie Sprengstoff und Zünder miteinander verbunden waren. Dies würde Hinweise darauf geben, welche Untergrundorganisation die Sendung verschickt haben könnte. Es wurde zudem untersucht, wo das Paket aufgegeben wurde.

Es ist nicht das erste Mal, dass eine Briefbombe aus Athen verschickt wurde: Mitglieder dieser griechischen Untergrundorganisation, der Konspiration der Feuerzellen, hatten mehrere Paketbomben, darunter auch an Bundeskanzlerin Angela Merkel und den damaligen italienischen Regierungschef Silvio Berlusconi, verschickt. Sie waren im März 2011 in Athen festgenommen worden.