Anhänger der SPD warten auf die ersten Hochrechnungen am 26.03.2017 in Saarbrücken (Saarland) bei der Wahlparty der SPD nach der Landtagswahl. Foto: Roland Holschneider/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ [ Rechtehinweis: (c) dpa ] © Holschneider/dpa

Die CDU ist bei der Landtagswahl im Saarland mit deutlichen Zugewinnen stärkste Kraft geblieben. Die SPD konnte anders als erwartet nicht spürbar von der Euphorie um ihren neuen Parteichef Martin Schulz profitieren. Dass es für eine rot-rote oder rot-rot-grüne Regierung reicht, ist ausgeschlossen. Für eine linke Koalition aus SPD und Linkspartei fehlen zwei Sitze zur absoluten Mehrheit.

Die CDU von Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer kommt laut vorläufigem amtlichen Endergebnis auf 40,7 Prozent und erhält damit 24 Sitze. Die SPD erreicht 29,6 Prozent und bekommt 17 Sitze. Die Linke verliert, bleibt aber drittstärkste Kraft mit 12,9 Prozent, das entspricht sieben Sitzen. Die AfD holt 6,2 Prozent und somit erstmals drei Sitze im Landtag des Saarlandes. Die Grünen schaffen es mit 4,0 Prozent nicht mehr in den Landtag. Auch die FDP ist mit 3,3 Prozent nicht im Landtag vertreten. Die Piraten, die bei der letzten Wahl 2012 noch 7,4 Prozent erreicht hatten, schaffen den Wiedereinzug mit 0,7 Prozent nicht. 

Die Wahlbeteiligung lag bei 71 Prozent und ist damit deutlich gestiegen. Bei der letzten Landtagswahl im Jahr 2012 hatte sie bei 61,6 Prozent gelegen.

Rund 800.000 Bürger im Saarland waren aufgerufen, einen neuen Landtag zu wählen. In Saarbrücken regiert seit fünf Jahren eine schwarz-rote Landesregierung unter Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU). Zur Wahl waren insgesamt 14 Parteien und Wählergruppen zugelassen, die sich um die 51 Sitze im Saarbrücker Landtag bewerben. Bislang saßen im Landtag mit CDU, SPD, Linkspartei, Piraten und Grünen fünf Parteien.

Wie die Umfragen daneben lagen

Infografik: Paul Blickle, ZEIT ONLINE

Die CDU kam bei der Landtagswahl 2012 auf 35,2 Prozent der Stimmen und lag damit deutlich vor der SPD mit 30,6 Prozent. Drittstärkste Kraft wurde vor fünf Jahren die Linkspartei mit 16,1 Prozent. Die Piraten zogen mit 7,4 Prozent in den Landtag ein, die Grünen schafften dies mit 5,0 Prozent damals schon nur knapp.

Ein halbes Jahr vor der Bundestagswahl wird der Ausgang der Wahl im Saarland auch in Berlin mit Spannung verfolgt. Im Mai werden zudem noch in Schleswig-Holstein und im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen neue Landtage gewählt, bevor im September die Bundestagswahl ansteht.

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