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26. März 2017 Liveblog abgeschlossen
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Landtagswahl im Saarland: Schulz spricht von "Kramp-Karrenbauer-Effekt"

Die Christdemokraten haben die Wahl für sich entschieden. Die Partei des Kanzlerkandidaten Martin Schulz liegt bei 30 Prozent. Das Liveblog zur Wahl zum Nachlesen
  • Die CDU ist im Saarland stärkste Kraft geworden. Sie schnitt mit 40,7 Prozent deutlich besser ab als zur Wahl 2012. Die SPD (29,6 Prozent) kann nur ihr Ergebnis von vor fünf Jahren halten, der sogenannte Schulz-Effekt ist hier nicht eingetreten. Die Linkspartei bleibt mit 12,9 Prozent drittstärkste Kraft. Die AfD schafft es mit 6,2 Prozent knapp in den Landtag, die Grünen mit vier Prozent nicht. Die FDP scheitert mit 3,3 Prozent.
  • Etwa 800.000 Saarländer waren wahlberechtigt und dazu aufgerufen, die Zusammensetzung des bisher 51 Abgeordnete zählenden Landtags neu zu bestimmen. Die Wahlbeteiligung lag mit 71 Prozent deutlich höher als 2012 mit 61,6 Prozent
  • Bislang waren fünf Parteien im Parlament. Künftig werden es vier sein. Bisher regierte die CDU von Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer das Land mit der SPD. Das von SPD und Linkspartei erhoffte Linksbündnis hat keine Regierungsmehrheit.
  • Im Umfragen hatte die SPD in den vergangenen Wochen stark aufgeholt und lag zeitweise bei 34 Prozent – fast gleichauf mit der CDU. Am Wahlabend bestätigte sich das nicht.
  • Eine erste Analyse und alles andere zur Wahl finden sie auf dieser Themenseite.

  • Stimmen­verteilung
  • Gewinne & Verluste
  • Koalitions­rechner

  • 20:34 Uhr
    Tilman Steffen

    Ein SPD-Wahlergebnis unter den Erwartungen, eine klar bestätigte CDU – das sind die Hauptergebnisse der Abstimmung im Saarland. In Umfragen hatte die Partei von Martin Schulz fast gleichauf mit den Christdemokraten gelegen, in den vergangenen Tagen hatte sich der Abstand wieder auf 37 zu 32 Prozent vergrößert. Das Wahlergebnis zeigt nun einen Abstand von sogar zehn Prozentpunkten – ein klarer Wahlsieg für die CDU, deren Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer demnächst im Amt bestätigt werden dürfte. Das von SPD und Linken erhoffte Regierungsbündnis wird mangels Mehrheit nicht zustande kommen. Statt der Grünen sitzt künftig die AfD im Landtag, die mit sechs Prozent vergleichsweise bescheiden abschnitt.

    Damit schließen wir das Liveblog. Den Verlauf des Wahlabends können Sie hier nachlesen. Die Ergebnisse im Überblick gibt es hier. Weitere Analysen und Berichte zur Landtagswahl im Saarland finden Sie auf unserer Themenseite.

  • 20:19 Uhr
    Tilman Steffen

    Erste personelle Konsequenzen: Grünen-Spitzenkandidat Hubert Ulrich kündigt seinen Rückzug als Landeschef an. "Wir werden uns in der Führung neu aufstellen, ich werde die Verantwortung natürlich für diese Wahlniederlage übernehmen", sagt er. Der Scheitern an der Fünfprozenthürde sei bitter für die Partei. Doch so sei Demokratie, da müsse man auch verlieren können, sagt Ulrich.

  • 19:58 Uhr
    Tilman Steffen

    Im kleinsten Flächenstaat ging es um Großes, schreibt Peter Dausend aus Saarbrücken in einer ersten Analyse der Wahl. Um die politische Grundstimmung, mit der die Parteien in zwei weitere Landtagswahlen und in die Bundestagswahl gehen. Um einen zum Erlöser ausgerufenen SPD-Kanzlerkandidaten, der sich womöglich als ein Umfrage-Erlöserchen entpuppt, der die politische Weichwährung Beliebtheit nicht in die bare Münze des Wahlsieg umzutauschen vermag.

    Im Laufe des Abends wird es hier eine Reportage vom Wahlabend aus Saarbrücken geben, weiterhin analysieren wir, wie genau sich der Hype um SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz ausgewirkt hat – bzw. eben warum nicht.

  • 19:57 Uhr
    Ute Brandenburger

    Die bisherige und auch höchstwahrscheinlich neue CDU-Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer wertet das Votum für ihre Partei im Saarland auch als eine Absage an Rot-Rot im Bund.


  • 19:44 Uhr
    Mounia Meiborg

    Auch CSU-Chef Horst Seehofer meldet sich zu Wort und erklärt den Abwärtstrend der Union für beendet. "Die SPD ist überzeichnet worden, Schulz ist überzeichnet worden", sagt er. "Der Rutschbahneffekt nach unten ist gestoppt." Es sei ein verdienter Erfolg für Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer.

    Seehofer wertet das Ergebnis im Saarland auch als Bestätigung seines Kurses: "Der Wahlausgang zeigt auch, dass es die richtige Strategie ist, sich klar zur Kanzlerin zu bekennen." Seehofer hat die Kritik an Kanzlerin Angela Merkel wegen ihrer Flüchtlingspolitik vor Wochen weitgehend eingestellt – was in Teilen der CSU Enttäuschung ausgelöst hatte. "Alle Aussagen von den anderen Strategen sind falsch", sagt Seehofer dazu.

  • 19:32 Uhr
    Ute Brandenburger

    SPD-Parteichef Martin Schulz erklärt das Abschneiden seiner Partei:

  • 19:31 Uhr
    Lisa Caspari


    Oskar Lafontaine ist an der Saarlandhalle in Saarbrücken angekommen – als letzter Spitzenkandidat. "Wir haben viermal so viel erreicht wie in anderen Bundesländern", sagt er mit Blick auf das 13-Prozent-Ergebnis.

    Das maue Wahlergebnis und die fehlende Mehrheit für Rot-Rot sind enttäuschend für die Linkspartei. Offenbar sehen viele Wähler eine mögliche Regierungsbeteiligung der Partei immer noch kritisch.

  • 19:21 Uhr
    Tilman Steffen

    Wenn Lafontaine nicht kommt, dann hier etwas von seiner Frau, der Spitzenkandidatin der Linken für die Bundestagswahl. Sahra Wagenknecht reagiert ambivalent: "Ich freue mich über das gute Abschneiden der Linken im Saarland", schreibt sie auf Facebook. Doch leider, so Wagenknecht, werde es für eine rot-rote Regierung nicht reichen. Denn auch die SPD blieb deutlich hinter ihren eigenen Erwartungen.

  • 19:04 Uhr
    Lisa Caspari

    Alle sprechen über Oskar Lafontaine – aber der Spitzenkandidat der Linken lässt auf sich warten. Er soll erst um 19.40 an der Saarlandhalle hier in Saarbrücken eintreffen.

  • 18:57 Uhr
    Lisa Caspari

    An der Saar gibt SPD-Kandidatin Anke Rehlinger selbstkritische Interviews. "Wir haben gesehen", sagt sie, "dass die Frage, welche Rolle Oskar Lafontaine spielt, durchaus eine wahlentscheidende sein kann." Im Saarland hatte die SPD zuletzt mit einem rot-roten Bündnis mit Lafontaine als Juniorpartner geliebäugelt. Ausgerechnet Lafontaine – schließlich hatte er die SPD vor Jahren im Streit verlassen und gründete die Linkspartei als Konkurrenzkraft.


  • 18:50 Uhr
    Tilman Steffen


    Die AfD ist in ein weiteres Landesparlament eingezogen. Der Landesverband, den der Bundesvorstand wegen Kontakten ins rechte Spektrum eigentlich auflösen wollte, erreichte sechs Prozent der Stimmen. Was es mit der Saar-AfD auf sich hat, haben wir vor wenigen Tagen beschrieben. Im Bild: Spitzenkandidat Rolf Müller (l.) im Kreise von Parteifreunden.

    Bundeschefin Frauke Petry sagt über das Abschneiden der SPD im ZDF, SPD-Spitzenkandidat Martin Schulz scheine doch nicht so zu ziehen. Das Ergebnis ihrer eigenen Partei will sie nicht als Signal für die Bundestagswahl verstanden wissen. Bisher hatte die AfD bei den vergangenen Landtagswahlen zweistellig abgeschnitten.

  • 18:46 Uhr
    Mounia Meiborg

    "Das ist ein Debakel", kommentiert Grünen-Chefin Simone Peter das Wahlergebnis in der ARD. Das kleine Bundesland sei für ihre Partei traditionell "ein schwieriges Pflaster", sagt sie. "Für uns heißt das jetzt, Gas geben für die nächste Wahl."


    Die Grünen flogen ersten Hochrechnungen von ARD und ZDF zufolge mit 4,1 beziehungsweise 4,4 Prozent aus dem Landtag. Dort waren sie seit 2009 vertreten, nachdem sie in zwei Landtagswahlen zuvor dort ebenfalls gescheitert waren.

  • 18:45 Uhr
    Tilman Steffen

    "Für uns Sozialdemokraten gibt es gute und weniger gute Tage. Ich kann den heutigen Tag nicht zu den Guten zählen." Ein sichtlich ernüchterter SPD-Chef Martin Schulz muss nun einen ersten Dämpfer einräumen. Die CDU habe "ganz eindeutig die Wahl gewonnen", sagt er. Die CDU-Spitzenkandidatin habe die Potenziale der Union nicht nur ausgenutzt, sondern um umfassender Weise mobilisiert. Er gratulierte der CDU-Wahlsiegerin Kramp-Karrenbauer. Er dankte den Wahlkämpfern im Saarland. Er lenkte den Blick auf die Bundesebene. Dort komme es darauf an, einen Machtwechsel herbeizuführen, sagte er. Im ZDF spricht Schulz von einem "Kramp-Karrenbauer-Effekt", der im Saarland eingetreten sei.

  • 18:41 Uhr
    Lisa Caspari


    "Ich bin platt", sagt CDU-Wahlsiegerin Annegret Kramp-Karrenbauer in Saarbrücken. Flirten mit Rot-Rot komme nicht gut an, sagt sie im Hinblick auf die SPD. Sie ist gemeinsam mit Mann Helmut gekommen. Kurz vor ihr lief - mit stolzem Blick - AfD-Kandidat Rudolf Müller über den roten Teppich.

  • 18:36 Uhr
    Katharina Schuler

    Eine klare Absage an Rot-Rot-Grün sei das Ergebnis, sagt Tauber. Die Menschen vertrauten der poitischen Kraft, die verlässlich regiere, betont er und meint damit wohl nicht nur Annegret Kramp-Karrenbauer. "Muss die CDU Schulz härter angreifen?", wird Tauber gefragt. Der Generalsekretär weicht aus. Diese Frage stellt sich nun vermutlich in der CDU auch nicht mehr mit der gleichen Dringlichkeit wie noch vor diesem Sonntag.


  • 18:33 Uhr
    Ferdinand Otto

    Bei der SPD beginnt die Aufarbeitung und die Suche nach Erklärungen. Der Flirt mit Oskar Lafontaine habe sicher nicht geholfen, sagen manche Gäste hier im Willy-Brandt-Haus. Die CDU-Ministerpräsidentin sei einfach zu populär, meinen andere. Immerhin habe man in den Umfragen aufgeholt. Viele Genossen wollen den Abend abhaken und blicken schon nach vorn, auf die Wahlen in NRW.

  • 18:32 Uhr
    Katharina Schuler

    Jetzt ist Generalsekretär Peter Tauber hier in der CDU-Zentrale ans Mikrofon getreten. "Ein schöner Tag für die CDU", sagt er unter lautem Jubel. Die Menschen hätten sich für Stabilität und Verlässlichkeit entschieden. Die CDU habe mit ihrem Wahlkampf dazu beigetragen, dass mehr Menschen zur Wahl gegangen seien. Die CDU sei sowohl den Populisten von links als auch von rechts entgegengetreten.

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