Der Vorsitzende Richter im NSU-Prozess, Manfred Götzl, will die Beweisaufnahme in dem Verfahren abschließen. Er hat den Prozessparteien eine letzte Frist bis Dienstag, 14. März, gesetzt, um Beweisanträge zu stellen. Der Prozess am Oberlandesgericht München gegen Beate Zschäpe und vier mutmaßliche Terrorhelfer wegen der Verbrechen des sogenannten Nationalsozialistischen Untergrunds dauere inzwischen mehr als 350 Verhandlungstage an, sagte Götzl.

Er wies darauf hin, dass es möglich sei, zu spät eingereichte Hilfsbeweisanträge "wegen des Verdachts der Verschleppungsabsicht" abzulehnen. Zuvor hatte das Gericht auf Antrag eines Nebenklägers ein letztes Beweisstück gesichtet – ein Drehbuch des zynischen NSU-Bekennervideos – und anschließend mehrere andere Anträge abgelehnt. Der Richter sagte, nunmehr seien "keine Anträge der Prozessbeteiligten mehr zu entscheiden, da diesen entweder nachgegangen wurde oder sie abschlägig beschieden wurden".

Die Verteidiger Zschäpes und des mutmaßlichen Waffenbeschaffers Ralf Wohlleben forderten mehrere Stunden Beratungspause. Die Verhandlung wurde daraufhin unterbrochen und sollte am Nachmittag fortgesetzt werden.

Zschäpe ist in dem Prozess wegen Mittäterschaft an der überwiegend rassistisch motivierten Serie von zehn NSU-Morden angeklagt. Sie hatte fast 14 Jahre mit ihren beiden Kameraden Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt im Untergrund gelebt. Mundlos und Böhnhardt töteten sich den Ermittlungen zufolge im November 2011 nach einem missglückten Banküberfall selbst.