Berlin - Sprengstoffpaket kam aus Griechenland Das Paket, das im Bundesfinanzministerium mit explosivem Stoff abgefangen worden ist, soll der griechischen Regierung zufolge in Athen abgeschickt worden sein. © Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Das im Bundesfinanzministerium abgefangene Paket mit einem explosiven Gemisch ist nach Angaben der griechischen Regierung in Athen verschickt worden. Eine Sprecherin des griechischen Bürgerschutzministeriums sagte der Nachrichtenagentur dpa, die deutschen Behörden hätten mit den griechischen Kollegen Kontakt aufgenommen.

Nach Angaben der deutschen Behörden habe es sich nicht um ein Paket, sondern um einen dicken Umschlag gehandelt. Als Absender habe der Name des Vizevorsitzenden der konservativen Oppositionspartei Nea Dimokratia (ND), Adonis Georgiadis, auf dem Umschlag gestanden. Georgiadis bestätigte per Twitter, dass sein Name genannt worden sei. "Es ist kein Witz, es ist leider wahr", twitterte er. Der Bild-Zeitung sagte er: "Der oder die Terroristen haben wohl meinen Namen genommen, weil ich in Griechenland als Freund von Herrn Schäuble gelte."

Das Päckchen war am Vormittag beim routinemäßigen Röntgen in der Poststelle des Ministeriums aufgefallen, sagte eine Sprecherin der Berliner Polizei. Untersuchungen ergaben demnach, dass das Paket ein sogenanntes Blitzknallgemisch enthielt, das häufig zur Herstellung von Pyrotechnik verwendet wird. Es "wäre geeignet gewesen, erhebliche Verletzungen beim Öffnen des Pakets zu verursachen", teilte die Polizei mit.

Spezialisten des Kriminaltechnischen Instituts hätten nach einer ersten Begutachtung eine Gefahr nicht ausschließen können. Die Mitarbeiter mussten daher die Postverteilerstelle und umliegende Räume verlassen, das Paket wurde zur weiteren Untersuchung auf den Sprengplatz in Grunewald gebracht. Verletzt wurde niemand.

Ob das Paket an Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) adressiert war, wollte die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen nicht sagen. Die Bild-Zeitung und die B.Z. berichteten, es sei direkt an den Minister adressiert gewesen. Auch das Ministerium wollte sich dazu nicht äußern.

Laut Polizei wird wegen Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz ermittelt – gegen unbekannt. Der "Knallsatz" sei vermutlich ein Eigenbau. Die Hülle des Pakets werde noch untersucht, sagte ein Sprecher. Ob Spuren gesichert werden konnten, wurde nicht mitgeteilt.

Schon zuvor Sprengstoffpakete an die Bundesregierung

Es war nicht der erste Sprengstoffalarm in einer Poststelle der Bundesregierung. Bei der routinemäßigen Post-Überprüfung für das Kanzleramt war im Januar 2016 ein Päckchen aufgefallen, das per Luftpost aus Griechenland kam. Die Bundesanwaltschaft ermittelte. Knapp drei Wochen später bekannte sich eine linksextremistische griechische Untergrundorganisation zu der Briefbombenserie.

Ein weiteres Sprengstoff-Päckchen aus Griechenland war im November 2010 im Kanzleramt entschärft worden. Es war an Bundeskanzlerin Angela Merkel adressiert war. Die Bundesregierung sah damals einen Zusammenhang mit einer Serie von Briefbomben, die in Athen verschickt worden waren.