Dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) liegen derzeit 262 Asylanträge von türkischen Diplomaten und Militärangehörigen vor. Das berichtet der Spiegel. Über keinen dieser Anträge hat das Amt bisher entschieden.

Die Zahl der türkischen Diplomaten, die in Deutschland Schutz suchen, hat demnach stark zugenommen. Im Februar waren es nach Angaben des Bundesinnenministeriums noch 136 Asylanträge, die seit dem Umsturzversuch im Juli 2016 eingingen. Im vergangenen Oktober hatte die Süddeutsche Zeitung unter Berufung auf gemeinsame Recherchen mit NDR und WDR von mindestens drei Diplomaten berichtet, die einen Asylantrag gestellt hatten.

Laut Spiegel könnte die Anerkennungsquote türkischer Asylbewerber künftig steigen. Aufgrund einer Einschätzung des Auswärtigen Amtes überarbeite das Bamf derzeit seine Leitsätze für die Türkei, heißt es in der Meldung. Demnach gebe es "deutliche Anhaltspunkte für eine systematische Verfolgung vermeintlicher Anhänger der Gülen-Bewegung". Terrorvorwürfe würden in der Türkei "inflationär" erhoben.

Die türkische Regierung macht den islamischen Prediger Fethullah Gülen für den Putschversuch im Sommer verantwortlich, was dieser bestreitet. Seit dem gescheiterten Umsturzversuch geht der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hart gegen politische Gegner vor. Zehntausende Lehrer, Beamte und Militärangehörige wurden entlassen, ein Teil inhaftiert.