SPD und FDP halten es für unvereinbar, dass Peter Altmaier (CDU) Wahlkampfleiter der Union wird und dabei Kanzleramtschef bleibt. "Die Verquickung von Regierungsamt und parteipolitischer Betätigung, insbesondere in Wahlkampfzeiten, ist eklatant verfassungswidrig", sagte FDP-Vize Wolfgang Kubicki der Bild. Werde Altmaier CDU-Wahlkampfmanager, müsse er sein Regierungsamt aufgeben.

Sollte das nicht geschehen, müsse rechtlich dagegen vorgegangen werden. "Eine derartige Unverfrorenheit wäre einmalig in der Geschichte des demokratischen Deutschlands", sagte Kubicki. 

Auch die SPD kritisiert die neue Doppelrolle Altmaiers. "Zentrale Wahlkampfleitung und Leitung des Kanzleramts müssen strikt getrennt bleiben", sagte der stellvertretende SPD-Bundesvorsitzende Ralf Stegner der Bild. Carsten Schneider, Sprecher des konservativen Seeheimer Kreises in der SPD, äußerte sich in der Welt. Er schätze Altmaier persönlich sehr. "Aber er kann nicht gleichzeitig für sich in Anspruch nehmen, ein ehrlicher Makler dieser Regierungskoalition zu sein und das Wahlprogramm der CDU zu schreiben", zitiert die Zeitung den Politiker.

Aus CDU-Kreisen hieß es hingegen, dass es eine klare Aufteilung zwischen unbezahlter ehrenamtlicher Tätigkeit für die Partei und dem Amt des Kanzleramtschefs gebe. Eine ähnliche Konstellation habe es auch früher schon gegeben, etwa mit Heiner Geißler als Minister und CDU-Generalsekretär in den 1980er Jahren.

Der aktuelle Generalsekretär Peter Tauber hatte am Montag mitgeteilt, dass Altmaier das Wahlprogramm der Union schreiben werde und dafür ein eigenes Büro in der CDU-Parteizentrale in Berlin erhalte. Einem Bericht der Bild zufolge ist geplant, dass Altmaier Kanzleramtschef bleiben soll.