Die FDP hat sich für eine allgemeine Impfpflicht für alle Kinder bis 14 Jahre ausgesprochen. Der Parteitag in Berlin beschloss am Samstag einen entsprechenden Antrag der Jungen Liberalen mit knapper Mehrheit. Die nötigen Impfungen sollten sich an den Empfehlungen der ständigen Impfkommission des Robert-Koch-Instituts orientieren, hieß es darin. Kinderärzte sollen die Erziehungsberechtigten auf die Impfpflicht hinweisen.

Aufgrund unwissenschaftlicher Vorurteile und Impfmüdigkeit gefährdeten immer mehr Eltern die Gesundheit ihrer und anderer Kinder, kritisierten die Jungliberalen. Die Julis unterstrichen, dass die Impfquote derzeit deutlich abnehme. So würden nur noch 37 Prozent der Kinder rechtzeitig und ausreichend gegen Masern geimpft. Auf eine Impfpflicht dringt deswegen auch der Bundesverband der Kinder- und Jugendärzte.

Eine Quelle für diese Behauptung ist nicht bekannt. Nach aktuellen Zahlen des Robert-Koch-Instituts von Mitte April über die Impfquoten bei der Schuleingangsuntersuchung stieg die Quote für die erste Masernimpfung zwischen 2005 und 2010 von 94 auf 96,4 Prozent. In den Jahren 2014 und 2015 erreichte sie bundesweit demnach 96,8 Prozent. Auch die Impfquote für die zweite Masernimpfung sei deutlich angestiegen.

Auch Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) sagte kürzlich, die Impflücken bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen trügen entscheidend dazu bei, dass im laufenden Jahr mit 410 Fällen bereits mehr Masernerkrankungen als 2016 (325 Fälle) registriert worden seien.