Für die große Koalition ist es die letzte Reform im Gesundheitsbereich, die möglichst noch in dieser Wahlperiode umgesetzt werden soll. Ziel ist die Reform der Ausbildung in Pflegeberufen, über die sich CDU/CSU und Sozialdemokraten nun nach mehr als einjährigen Verhandlungen verständigt haben. Das teilten die stellvertretenden SPD-Fraktionschefs, Karl Lauterbach und Carola Reimann, mit.

Wichtiges Ziel der Reform ist es, mehr Personal für die Altenpflege zu gewinnen und die Pflegeberufe wieder attraktiver zu machen. SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach geht davon aus, dass es bis zum Jahr 2030 mehr als 3,5 Millionen Pflegebedürftige geben wird, was mit dem jetzigen Angebot von Pflegekräften nicht abzudecken sei. Der SPD-Politiker rechnet nach eigenen Worten damit, dass die Reform zu höheren Löhnen in der Altenpflege führen wird. Ob die Reform die Pflegeversicherung verteuern werde, lasse sich nicht vorhersagen.

Das Konzept sieht vor, den Einzelabschluss in der Krankenpflege abzuschaffen. In allen Pflegeschulen beginnt die Ausbildung demnach mit einer zweijährigen generalistischen Pflegeausbildung. Nach zwei Jahren entscheiden die Auszubildenden dann, ob sie im dritten Jahr die allgemeine Ausbildung mit einem bestimmten Schwerpunkt fortsetzen oder im Bereich der Kinderkranken- oder der Altenpflege den klassischen Abschluss wählen. Einen Einzelabschluss in der Krankenpflege gibt es nicht mehr. Fachkräfte mit der generalistischen Ausbildung, die dann einen Schwerpunkt in der Kranken-, Alten- oder Kinderkrankenpflege haben, sollen künftig in allen drei Berufsfeldern einsetzbar sein.

Die Neuregelungen sollen ab 2019 gelten. Die Ausbildung soll über einen Fonds finanziert werden, dadurch würden die in mehreren Bundesländern üblichen Schulgebühren entfallen.

Auf den Entwurf hatten sich Lauterbach und sein CDU-Kollege Georg Nüßlein bereits in der vergangenen Woche geeinigt. In der SPD gab es zunächst aber noch Gesprächsbedarf. Eigentlich sollten Kranken-, Alten- und Kinderkrankenpflege zu einem einheitlichen Berufsbild zusammengeführt werden. Dies sah ein Gesetzentwurf vor, den das Kabinett schon Anfang des vergangenen Jahres beschlossen hatte. Eine Sorge war jedoch, dass das Niveau bei der Altenpflege so steigt, dass Hauptschüler außen vor bleiben.