An den Außengrenzen des Schengenraums werden ab sofort die Reisepässe mit Fahndungslisten und Datenbanken der Sicherheitsbehörden verglichen. Die systematische Überprüfung betrifft auch EU-Bürger. Ziel sei es, sicherzustellen, "dass Personen, welche die Grenzen überqueren, keine Bedrohung für die öffentliche Ordnung oder innere Sicherheit darstellen", sagte eine Kommissionssprecherin. Die EU-Innenminister hatten die Änderung vor gut einem Jahr infolge der Pariser Anschläge vom November 2015 beschlossen.

Das Bundespolizeipräsidium sprach zunächst nur von einer Kontrolle bei Passagieren, die aus Ländern außerhalb des Schengenraums kommen. Da Deutschland keine Landesgrenzen am Außenbereich des Schengenraums hat, ist vor allem der Reiseverkehr an den Flug- und Seehäfen betroffen.

Die Bundespolizei sagte, sie wolle in Deutschland die Auswirkungen auf den Flugverkehr und auf Wartezeiten für die Reisenden aber "so verträglich wie möglich halten". Reiseveranstalter warnten bereits vor möglichen Verzögerungen an Grenzübergängen. Allerdings sieht die Neuregelung Ausnahmen vor, wenn es bei einer strikten Anwendung besonders an Landesgrenzen ansonsten zu "unverhältnismäßigen Auswirkungen auf den Verkehrsfluss" kommen würde.

Bislang mussten an den EU-Außengrenzen lediglich die Daten von Nicht-EU-Bürgern systematisch mit allen Sicherheitsdatenbanken abgeglichen werden – und dies auch nur bei der Einreise. Die Kontrollen sollen nach Angaben der Bundespolizei zu einem schengenweit einheitlich hohen Niveau beitragen. Zum Schengenraum gehören die meisten EU-Staaten und etwa auch die Schweiz und Norwegen.