Bei der "Revolutionären 1.-Mai-Demonstration" linker und linksextremer Gruppen in Berlin-Kreuzberg sind nach Angaben von Innensenator Andreas Geisel (SPD) 72 Randalierer festgenommen worden. Es seien 32 Polizisten verletzt worden, sagte der SPD-Politiker zu der Bilanz des Maifeiertages. Rund 5.400 Polizisten waren im Einsatz.

Geisel zeigte sich insgesamt zufrieden. Es sei richtig gewesen, die erstmals nicht angemeldete Demo durch das Myfest ziehen zu lassen. Jetzt würden aber Ermittlungen wegen des Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz eingeleitet. Es sei deutlich geworden, dass viele Menschen keine Lust mehr auf Steineschmeißer und dumpfe Gewalt hätten. Polizeipräsident Klaus Kandt ergänzte: "Die Zeiten sind vorbei, in denen wir nur ein Feindbild waren."

Bei dem Protestzug war es am Montagabend wieder zu Angriffen gegen Polizisten gekommen. Vermummte warfen Flaschen, Böller wurden in die Menge geschleudert sowie Feuerwerk gezündet. Beamte wurden mit Fahnenstangen attackiert und beleidigt. Die Polizei sprach von 8.000 Teilnehmern, ein Demo-Sprecher von 20.000.

Die Berliner CDU forderte strafrechtliche Konsequenzen. Die Veranstalter hätten die Proteste nicht wie eigentlich vorgeschrieben angemeldet. "Das war strafbar, was die Organisatoren angeht. Ich erwarte, dass diejenigen, die dingfest gemacht worden sind, eine strafrechtliche Sanktionierung erfahren", sagte der verfassungspolitische Sprecher der CDU, Stephan Lenz, im Inforadio des rbb.

Gewaltsame Proteste wurden auch aus Hamburg gemeldet. Ein Sprecher der Hamburger Polizei sagte, nachdem die Demonstrationen tagsüber "sehr ruhig" verlaufen seien, hätten sich am späten Abend 200 bis 300 Menschen im Schanzenviertel versammelt. Diese hätten die versammelten Polizisten mit Glasflaschen und Feuerwerkskörpern attackiert.

Sechs Beamte wurden laut Polizei verletzt, einer von ihnen musste im Krankenhaus behandelt werden. Zur Zahl der Festgenommenen machte die Hamburger Polizei zunächst keine genauen Angaben.