In Baden-Württemberg müssen Ausländer aus Nicht-EU-Ländern ab dem Herbst Studiengebühren bezahlen. Der Landtag in Stuttgart verabschiedete ein Gesetz, nach dem die ausländischen Studenten ab dem kommenden Wintersemester 1.500 Euro bezahlen. Das teilte das Ministerium für Wissenschaft und Forschung in Stuttgart mit.

Die Gebühren werden pro Semester fällig und sollen die Studienbedingungen für die betroffene Gruppe verbessern. Eine bessere Betreuung von ausländischen Studenten sei nötig, um zu gewährleisten, dass diese ihr Studium erfolgreich abschließen, sagte Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne). Auch ein Zweitstudium wird kostenpflichtig.

Studienabbrüche seien bei dieser Gruppe weit häufiger als bei einheimischen Studenten, sagte Bauer. Für Studenten aus den ärmsten Regionen der Welt gebe es "gezielte Ausnahmeregelungen". Dazu sollen pro Jahr etwa 500 Studienplätze geschaffen werden.

Von der Gebührenpflicht werden auch Asylbewerber ausgenommen, die schon anerkannt sind oder deren Anerkennung wegen ihrer Herkunft "mit hohem Grad wahrscheinlich" ist. Bei Asylsuchenden müssten aber sprachliche und fachliche Voraussetzungen für ein Studium vorliegen.

Die Zahl der internationalen Studenten in Baden-Württemberg beträgt etwa 20.000. Sie haben aber "Bestandsschutz" und sind von dem neuen Gesetz ausgenommen. Baden-Württemberg ist das erste Bundesland, in dem Studenten aus Nicht-EU-Ländern für ihr Studium zahlen müssen.

Martin Schulz - Was der SPD-Kanzlerkandidat für die junge Generation tun will Martin Schulz hat auf die Fragen unseres Autors Hannes Schrader geantwortet, die der ihm kurz nach der Kanzlerkandidatur gestellt hatte. Das ganze Interview hier nochmal im Video zum Nachschauen. © Foto: Andreas Prost/ZEIT ONLINE