Der frühere Leiter des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (Bamf), Frank-Jürgen Weise, hat eine Mitverantwortung für Fehler im Fall des Bundeswehroffiziers Franco A. übernommen. "Hier sind schwere Fehler passiert. Das muss ich auch verantworten", sagte Weise der Süddeutschen Zeitung. Es sei aber von Anfang an klar gewesen, dass die schnellen Neueinstellungen und kurzen Schulungen von Mitarbeitern im Bamf "auf Kosten der Qualität gehen müssen".

Weise sagte, die Alternative wären weiter verzögerte Asylverfahren gewesen. Natürlich sei durch diese Veränderungsprozesse das Risiko von Fehlentscheidungen gestiegen, räumte er ein. Gleichzeitig machte er seiner ehemaligen Behörde Vorwürfe: Diese sei ein Sanierungsfall gewesen, als er sie übernommen habe. "Kein Vorgesetzter kümmerte sich darum, wie effektiv ein Mitarbeiter gearbeitet hat, ob der fleißig oder faul war. Das ging zulasten der Geflüchteten."

Weiterhin ist offen, wie es dem rechtsextremen Bundeswehrsoldaten Franco A. gelingen konnte, das Bamf zu täuschen. Der Soldat steht im Verdacht, gemeinsam mit Komplizen einen Anschlag geplant zu haben. Der Ende April festgenommene Oberleutnant hatte monatelang ein Doppelleben geführt und sich als syrischer Flüchtling ausgegeben. Ihm war vom Bamf der Status des sogenannten subsidiären Schutzes gewährt worden. Mit der fiktiven Identität wollte A. offenbar nach einem Anschlag den Verdacht auf Flüchtlinge lenken.

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Weise, der bis März 2017 Chef der Bundesagentur für Arbeit war, arbeitet inzwischen als Beauftragter für Flüchtlingsmanagement im Bundesinnenministerium. Er hatte im Herbst 2015 als neuer Leiter des Bamf von der Bundesregierung den Auftrag bekommen, die Wartezeiten in den Asylverfahren zu verkürzen.

Die SPD ist mit Weises Äußerung nicht zufrieden. Generalsekretärin Katarina Barley machte Innenminister Thomas de Maizière Vorwürfe: "Das Versagen beim Bamf ist auch das persönliche Versagen von Herrn de Maizière. Als Innenminister ist er für die Sicherheit in Deutschland verantwortlich."

Ursula von der Leyen - "Es ging mir niemals um einen Generalverdacht" Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat erneut die gute Arbeit der Mehrheit der Bundeswehr gelobt. Die jüngsten Vorfälle müssten dennoch konsequent aufgeklärt werden. © Foto: Kay Nietfeld/dpa

Es sei ein Skandal, dass mutmaßlich zehn Prozent aller positiven Asylbescheide fehlerhaft seien. "Herr de Maizière versucht die Öffentlichkeit für dumm zu verkaufen, wenn er jetzt einfach so weitermacht, als wäre nichts gewesen", sagte Barley. Ihre Partei habe in der Flüchtlingskrise seinerzeit Druck gemacht, dass beim Bamf mehr Stellen schneller besetzt würden. "Aber Herr de Maizière hat das einfach nicht hinbekommen."