Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen will das Selbstverständnis der Bundeswehr in einem zweijährigen Verfahren aufarbeiten. "Wir werden über einen breiten auf zwei Jahre angelegten Prozess von unten nach oben jede Führungsebene befragen, was sie aus ihrer Sicht daran hindert, gute Führung umzusetzen", kündigte die CDU-Politikerin bei einer Veranstaltung des Reservistenverbandes an. Zugleich kritisierte erneut, dass es "Wehrmachtsdevotionalien" in Kasernen gibt. Die Bundeswehr stehe nicht in der Tradition der Armee des Nazi-Regimes, bekräftigte sie laut Redemanuskript.

Das Konzept der "Inneren Führung" soll dies nach Worten der Ministerin eigentlich sicherstellen. Dazu gehöre auch, dass erniedrigende Ausbildungspraktiken oder andere Schikanen vermieden würden.

Nach dem Willen der Ministerin soll ein Maßnahmenpaket entwickelt werden. "Damit wollen wir Vorgesetzten auf allen Ebenen tatsächlich gute Führung ermöglichen", sagte von der Leyen. Sie kritisierte auch die Benennung von Kasernen nach Wehrmachtssoldaten, etwa die Kampfflieger Helmut Lent und Hans-Joachim Marseille: "Beide Namensgeber sind nicht mehr sinnstiftend für die heutige Bundeswehr."