CSU-Chef Horst Seehofer sieht sich als Sieger des Streits um die deutsche Flüchtlingspolitik. Er freue sich auf die in den kommenden Tagen bevorstehenden Termine mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), sagte Seehofer vor einer Vorstandsklausur seiner Partei im oberpfälzischen Kloster Schwarzenfeld. "Aber auch der Kampf vor einem Jahr hat sich mehr als gelohnt."

Nach seiner Lesart gelang es der CSU, die Flüchtlingspolitik maßgeblich zu beeinflussen. "Die ganze Berliner Politik hat sich sehr an den bayerischen Vorstellungen orientiert", sagte Seehofer. Auch SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz spreche plötzlich von der Notwendigkeit von Abschiebungen. Während alle anderen Parteien ihre Positionen hätten ändern müssen, vertrete die CSU dieselben Auffassungen wie vor einem Jahr. "Wir mussten in keinem einzigen Punkt irgendetwas verändern."

Der CSU-Vorstand will bei der Klausurtagung seine Schwerpunkte für den Bundestagswahlkampf festlegen. Im Anschluss trifft sich Seehofer am Sonntag mit Merkel in Berlin, ab Montag kommt die CDU-Chefin dann für zwei Tage nach München. Dabei soll das gemeinsame Wahlprogramm vorbereitet werden, das Anfang Juli von CDU und CSU beschlossen werden soll.

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Seehofer kündigte an, dass "Sicherheit und Wohlstand für alle" die zentralen Themen sein sollten. Zur Sicherheit zählte er dabei außer der inneren Sicherheit ausdrücklich auch die soziale Sicherheit. Konkrete politische Forderungen wollte der CSU-Chef noch nicht benennen, diese sollten im Wahlprogramm stehen.

Seehofer forderte ein kurzes Wahlprogramm. "Mehr als 30 Seiten werde ich nicht lesen." Den von der CSU geplanten eigenständigen Bayernplan sieht er nicht als Gegensatz zum Unionsprogramm. Es gehe vor allem um "spezifische Themen in Bayern" wie eine stärkere Beteiligung der Bürger am politischen Geschehen.