Der US-Präsident hat sich in einem Fernsehinterview nochmals zur Entlassung von FBI-Chef James Comey geäußert: "Er ist ein Blender, ein Angeber, das FBI war unter ihm in Aufruhr. Jeder weiß das", sagte Donald Trump in einem Interview mit NBC. Und obwohl das Weiße Haus am Dienstag mitgeteilt hatte, Trump habe seine Entscheidung aufgrund von Empfehlungen seines Justizministers Jeff Sessions und dessen Stellvertreter Rod Rosenstein getroffen, sagte dieser nun, die Initiative für den Rauswurf sei von ihm selbst ausgegangen: "Ich wollte ihn unabhängig von Empfehlungen feuern. Es war meine Entscheidung."

Die oppositionellen Demokraten und andere Trump-Kritiker vermuten, dass der wahre Grund für Comeys Entlassung die FBI-Ermittlungen zur Russland-Affäre sind. Darin geht es um eine mögliche russische Einflussnahme auf den US-Wahlkampf mittels Hackerangriffen auf das Umfeld Clintons im Wahlkampf und mögliche illegale Verbindungen von Trump-Mitarbeitern nach Moskau. Trump hatte in seinem Entlassungsbrief selbst auf die Russland-Affäre Bezug genommen, indem er schrieb, Comey habe ihm bei drei Gelegenheiten versichert, dass nicht gegen ihn persönlich ermittelt werde.

In dem TV-Interview sagte der Präsident jetzt, der FBI-Chef habe diese Aussage einmal während eines Abendessens getroffen, in dem der seit 2013 amtierende Comey ihn gefragt habe, ob er auch nach dem Regierungswechsel sein Amt behalten werde. Später habe Comey dann diese Aussage in zwei Telefonaten wiederholt.

Donald Trump - "Er hat keinen guten Job gemacht" US-Präsident Donald Trump hat erklärt, warum er FBI-Chef James Comey entlassen hat. Das habe nichts mit dem Besuch des russischen Außenministers zu tun. © Foto: Brendan Smialowski/AFP/Getty Images

Trump sagte außerdem, von sich aus Comey danach gefragt zu haben, ob gegen ihn ermittelt werde – mit dieser Aussage setzt sich der Präsident potenziell dem Vorwurf aus, sich in laufende Ermittlungen eingemischt zu haben.

"Sie können das FBI nicht daran hindern, das Richtige zu tun"

Der kommissarische FBI-Chef Andrew McCabe versicherte bei einer Anhörung im Senat, dass seine Behörde die Ermittlungen zur Russland-Affäre fortsetzen werde: "Sie können die Männer und Frauen des FBI nicht daran hindern, das Richtige zu tun." Es habe keine Versuche gegeben, die Untersuchung zu behindern. Der bisherige FBI-Vize hat die Behördenleitung allerdings nur provisorisch übernommen. Einen Kandidaten für die reguläre Nachfolge Comeys hat Trump noch nicht benannt.

McCabe sagte dem Senat laut der Nachrichtenagentur AP, dass er das Weiße Haus nicht über die laufenden Russland-Ermittlungen informieren werde. Zudem versprach er, dem Geheimdienstausschuss jegliche Versuche, in die Ermittlungen einzugreifen, zu melden.

Die Demokraten fürchten um die Unabhängigkeit der Ermittlungen unter einem von Trump benannten FBI-Chef. Sie fordern deshalb die Einsetzung eines Sonderermittlers, der weitgehend unabhängig arbeiten würde. Allerdings müsste ein Sonderermittler vom Justizministerium ernannt werden. Das Weiße Haus hat sich bereits gegen einen Sonderermittler ausgesprochen.

Die US-Regierung hatte die Entlassung Comeys zunächst mit dessen Umgang mit der E-Mail-Affäre der früheren Außenministerin und Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton begründet. Comey war während des Wahlkampfs mit Informationen zur Untersuchung des regelwidrigen Umgangs der Ex-Außenministerin mit ihren dienstlichen Mails an die Öffentlichkeit gegangen, was Clinton im Wahlkampf geschadet hatte. 

Später teilte das Weiße Haus mit, Trump habe bereits seit seinem Amtsantritt erwogen, Comey zu entlassen. Dieser habe "einfach einen schlechten Job gemacht", außerdem sei es um die Leaks aus dem FBI gegangen. Auch habe Comey innerhalb seiner Behörde die Unterstützung verloren. Dem widersprach McCabe. Comey habe große Unterstützung im FBI genossen; die überwiegende Mehrheit der Mitarbeiter habe eine positive Beziehung zu ihm gehabt.