Der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hat seiner Partei zu Dreierbündnissen mit FDP und Grünen geraten, statt Debatten über Rot-Rot-Grün zu führen. "Eine Partei, die wie die Linke europaskeptisch ist und aus der Nato austreten will, ist nicht koalitionsfähig", sagte Schröder dem Münchner Merkur. "Mein Rat ist, deutlich zu machen: Wir können uns eine Koalition mit einer erneuerten FDP und mit den Grünen vorstellen."

Falls es FDP-Chef Christian Lindner ernst meine mit der Unabhängigkeit von der Union, "kann er eine Ampelkoalition nicht ausschließen", sagte Schröder weiter. Von den Grünen verlangte er, sie müssten "ihren CDU-Flügel ein wenig zur Seite drängen". Das komme bei den Wählern der Partei ohnehin nicht gut an. "Die Grünen bekommen die Quittung ja in den Umfragen."


In Schleswig-Holstein, wo die SPD bei der Wahl am Sonntag klar hinter der CDU landete, könnten sich die Sozialdemokraten rechnerisch mit einer Ampel an der Macht halten. Die FDP favorisiert aber eine Jamaikakoalition mit CDU und Grünen. Für Nordrhein-Westfalen – dort wird am Sonntag gewählt – hat die FDP eine Ampel kategorisch ausgeschlossen.

Schleswig-Holstein - Kubicki schließt Ampel unter Albig aus Der FDP-Spitzenkandidat in Schleswig-Holstein, Wolfgang Kubicki, hat einer Ampelkoalition unter Führung des bisherigen Ministerpräsidenten Torsten Albig eine klare Absage erteilt. © Foto: Daniel Reinhardt/dpa

Der SPD-Spitze empfahl der Altkanzler, die Partei müsse im Herbst 2017 "in eine Lage kommen, in der sie klar sagen kann: Wir sind Koch, die anderen Kellner." Er fügte mit Blick auf seine Kanzlerschaft hinzu: "So haben wir das mit Rot-Grün gemacht. Das hat sich für beide Seiten ausgezahlt." Über den SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz sagte Schröder, er erlebe keine Abgesänge: "Es ist für ihn eher die Rückkehr zur Mühsal der Ebene."