Die Computersysteme der Bundesregierung und deren Behörden sind offenbar dem weltweiten Cyberangriff entgangen. "Die Regierungsnetze sind von dem Angriff nicht betroffen", sagte Innenminister Thomas de Maizière (CDU). Der "hochprofessionelle Schutz" durch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) habe sich ausgezahlt. Nach Angaben des Bundesinnenministers sind in Deutschland bislang nur die Deutsche Bahn und deren Logistik-Tochter Schenker betroffen.

Außerdem habe das Bundeskriminalamt (BKA) die Ermittlungen zu der Cyberattacke übernommen. Es sei nicht auszuschließen, dass weitere Unternehmen und Institutionen zu Schaden gekommen seien. Der Präsident des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), Arne Schönbohm, rief betroffene Institutionen dazu auf, Vorfälle umgehend zu melden.

Nach Angaben des Bundesinnenministers sprächen die jetzigen Erkenntnisse dafür, dass diejenigen, die regelmäßig Softwareupdates installiert haben, mit hoher Wahrscheinlichkeit einem Angriff entgehen konnten. Wenn man sich die Zielrichtung der Attacken ansehe, sei man mit dem von ihm geplanten IT-Sicherheitsgesetz für kritische Infrastrukturen in Gesundheit, Transport und Finanzwesen auf dem richtigen Weg.

Der am Freitag bekannt gewordene Angriff in rund 100 Ländern hat eine Reihe von Großkonzernen wie FedEx und Kaspersky, aber auch das britische Gesundheitssystem getroffen. In Krankenhäusern mussten zahlreiche Patienten abgewiesen werden. Die Attacke ist offenkundig von Kriminellen gesteuert, die mihilfe eines öffentlich gewordenen Codes des US-Geheimdienstes NSA Computer angreifen, um Lösegeld zu erpressen. Die europäische Polizeibehörde Europol sprach von einem Vorfall "bislang beispiellosen Ausmaßes". Die Suche nach den Schuldigen erfordere eine "komplexe internationale Untersuchung".