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15. Mai 2017 vor 1 Woche aktualisiert
© Oliver Berg/dpa

Landtagswahl Nordrhein-Westfalen: Feuerwerk, Blumen und ein überwältigter Armin Laschet

Die CDU holt den Sieg in Nordrhein-Westfalen, die rot-grüne Landesregierung von Hannelore Kraft ist abgewählt. Unser Liveblog zur NRW-Wahl zum Nachlesen

Die Wahlsieger an diesem Sonntag heißen Armin Laschet und Christian Lindner. Dem CDU- und dem FDP-Spitzenkandidaten ist es gelungen, die Wechselstimmung in Nordrhein-Westfalen für sich zu nutzen: Rot-Grün ist bei dieser Landtagswahl abgewählt. Neben einer großen Koalition ist nun auch eine schwarz-gelbe Landesregierung denkbar – mit knapper Mehrheit und nur nach harten Verhandlungen, wie FDP-Mann Lindner klarstellte.

Die Verliererinnen in Düsseldorf heißen Hannelore Kraft und Sylvia Löhrmann. Die beiden Spitzenpolitikerinnen der bisherigen Regierungskoalition von Krafts SPD und Löhrmanns Grünen konnten die Wähler nicht länger überzeugen. Ihre Parteiämter legen sie nieder, wollen ihre politische Arbeit als einfache Landtagsabgeordnete fortsetzen.

Für die Parteizentralen in Berlin heißt es nun: Vier Monate Wahlkampf bis zur Bundestagswahl am 24. September. Die CDU kann diesem Termin nun etwas gelassener entgegensehen. Die Sozialdemokraten aber – in ihrem "Stammland", in ihrer "Herzkammer" abgewählt – müssen diesen Schock überwinden und in Kanzlerin Angela Merkel eine Kontrahentin von immenser politischer Statur überwinden. "Ich bin auch kein Zauberer", sagte Martin Schulz, von dem die Genossen jetzt aber umso mehr erwarten, die Magie seiner ersten Tage als SPD-Kanzlerkandidat wieder heraufzubeschwören.

Hiermit schließen wir die Live-Berichterstattung zur Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen. Alle Nachrichten, Analysen und Kommentare finden Sie auf dieser Themenseite.

  • Stimmen­verteilung
  • Gewinne & Verluste
  • Koalitions­rechner

  • 00:00 Uhr
    Sybille Klormann

    Blumen und ein Feuerwerk für den Gewinner des Abends: Armin Laschet und seine CDU feiern in Düsseldorf. Auch das Direktmandat in seinem Wahlkreis Aachen II konnte Laschet gewinnen: Nach Auszählung aller Stimmen entfielen auf ihn 35,8 Prozent und auf die SPD-Kandidatin Daniela Jansen 34,9 Prozent.

    Wie es in wenigen Wochen zum rasanten Aufstieg des Kandidaten kommen konnte, analysieren Lenz Jacobsen und Katharina Schuler hier.

  • 23:27 Uhr
    Sybille Klormann

    Warum hat die SPD so schlecht abgeschnitten?


    Generalsekretärin Katarina Barley sieht dafür – wie bereits ihr Parteikollege Thomas Oppermann – in erster Linie landespolitische Gründe. "Wir wissen, dass das wirklich eine landespolitische Entscheidung war, dass von fünf wichtigsten Themen für die Bürgerinnen und Bürger vier in der Landespolitik zu verorten sind", sagte Barley. 

    Barley gab aber auch zu, "das einige Sachen schief gelaufen sind". Die Spitzenkandidatin Hannelore Kraft habe "ausdrücklich gebeten, dass bundespolitische Themen etwas in den Hintergrund treten, damit sie voll auf Landespolitik setzen kann", sagte Barley.

    Das Wahlergebnis treffe die SPD hart, Kanzlerkandidat Martin Schulz sei dafür aber nicht verantwortlich zu machen. "Der Effekt von Martin Schulz ist der, dass wir von 21 Prozent gekommen sind und jetzt bei 29 Prozent ungefähr liegen und 17.000 neue Mitglieder in diesem Jahr dazugewonnen haben." Die SPD müsse nun "das Thema Gerechtigkeit ganz breit aufstellen", sagte Barley.

  • 21:31 Uhr
    Tilman Steffen

    Abbau bei der AfD. Die etwas müde Berliner Wahlparty ist durch. Das im Wesentlichen erwartete Ergebnis elektrisierte hier kaum jemanden.



    Zu hören war hier und da Ärger über den NRW-Spitzenkandidaten Marcus Pretzell. Dann hieß es, ohne dessen Nähe zu Frauke Petry, ohne dessen Streben nach einer alternativen Strategie für die AfD und ohne dessen Bekenntnis zu konstruktiver Oppositionsarbeit hätte die Partei besser abgeschnitten.

  • 21:22 Uhr
    Karin Geil


    Bis zur Bundestagswahl bleiben der SPD noch vier Monate, um die Stimmung zu drehen – vier Monate, in die ihr Kanzlerkandidat Martin Schulz möglichst strahlen soll. SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann (hier nicht im Bild) begann umgehend mit der Umsetzung dieser Strategie und schob die Verantwortung für die Niederlage allein dem Landesverband zu.

    "NRW wollte, dass wir keine bundespolitischen Themen fahren in dieser Zeit", sagte er im Sender Phoenix. "Sie glaubten, damit die Wahl auch gewinnen zu können. Das hat sich als Irrtum gezeigt." Jetzt aber bekomme Martin Schulz die Chance, "einen von Landespolitik unbeschwerten Wahlkampf selbst zu organisieren und die eigene Wahlkampagne auf Bundesebene" zu starten.

  • 21:04 Uhr
    Veronika Völlinger

    Den politischen Interpretationen dieses Sonnenuntergangs vor dem Düsseldorfer Landtag sind keine Grenzen gesetzt.



  • 20:42 Uhr
    Sybille Klormann

    Hannelore Kraft ist von allen Parteiämtern zurückgetreten. Ihr Landtagsmandat will sie aber trotzdem wahrnehmen, sollte sie denn in ihrem Wahlkreis gewählt werden. In der ARD sagte die SPD-Politikerin, sie wolle eine "gute Wahlkreisabgeordnete" sein.

    Nach Angaben der Landeswahlleitung erzielt Kraft in ihrem Wahlkreis Mülheim I 59,1 Prozent der Erststimmen und sicherte sich damit das Mandat.

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