Holger Börner wollte Grüne einst mit der Dachlatte verprügeln. Eine politische Zusammenarbeit mit der Ökopartei schloss der damalige hessische SPD-Ministerpräsident und gelernte Betonfacharbeiter kategorisch aus. Am Ende baute er dennoch die erste rot-grüne Koalition, Joschka Fischer wurde der erste grüne Minister.

Das ist mehr als 30 Jahre her. Rot-Grün, damals in beiden Parteien heftig umstritten, gehört längst zum politischen Alltag. In Deutschland herrscht heute eine bunte Koalitionsvielfalt: In Rheinland-Pfalz regiert eine Ampel aus SPD, FDP und Grünen, in Thüringen ein rot-rot-grünes Bündnis unter Führung der Linkspartei, in Sachsen-Anhalt gar eine sogenannte Kenia-Koalition aus CDU, SPD und Grünen. Die AfD macht's möglich. Auch eine Jamaika-Koalition von CDU, FDP und Grünen gab es schon einmal im Saarland.

Nur in Nordrhein-Westfalen, dem größten Bundesland, wollen die Parteien zurück in die politische Vergangenheit: Keiner will mit einem Partner außerhalb des angestammten Lagers koalieren.

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Die FDP schließt eine Ampel nach der Landtagswahl am Sonntag so entschieden aus wie Börner in Hessen seinerzeit Rot-Grün. Die Grünen in NRW seien "eine altlinke Partei von Belehrern und Bevormundern", SPD-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft hinterlasse eine "Scherbenbilanz", sagt ihr Landes- und Bundesvorsitzender Christian Lindner. Ihnen wolle man nicht zum Weiterregieren verhelfen.

Die Grünen haben sich ihrerseits per Parteiratsbeschluss gegen Jamaika festgelegt. Sie werfen der CDU und ihrem Spitzenkandidaten Armin Laschet vor, Klima- und Umweltschutz als wirtschaftsfeindlich darzustellen. Die FDP stehe für das "Ende der Solidarität".

SPD-Spitzenkandidatin Kraft schließt wiederum Rot-Rot-Grün aus. Die Linkspartei sei "nicht regierungsfähig", urteilt sie. Dabei hatte sie sich von 2010 bis 2012 im Landtag von den Linken mit einer rot-grünen Minderheitsregierung tolerieren lassen. 

Landtagswahl Nordrhein-Westfalen - Martin Schulz kämpft für die SPD Der Kanzlerkandidat der SPD Martin Schulz hat seine Parteifreunde vor der Wahl am Sonntag in Nordrhein-Westfalen unterstützt. Er ruft unentschiedene Bürger dazu auf, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen. © Foto: Marcel Kusch/ dpa

Nur eine große Koalition?

Sollte die gegenseitige Abneigung auch nach der Wahl anhalten, könnte am Ende in Düsseldorf nichts anderes übrig bleiben als eine große Koalition, sofern nicht Rot-Gelb oder Schwarz-Grün wider Erwarten eine Mehrheit erhält – und dann trotz der vorher formulierten Vorlieben tatsächlich zustande kommt. Für eine Fortsetzung von Rot-Grün dürfte es nach den letzten Umfragen auf keinen Fall reichen.

Dabei war Nordrhein-Westfalen früher das Experimentierfeld für neue politische Partnerschaften. Hier wurde 1966 die erste sozialliberale Koalition geformt, Vorbild für den Bund drei Jahre später. 1995 folgte eine rot-grüne Regierung, ebenfalls ein Modell für die Bundespolitik drei Jahre darauf.