Die CDU ist bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein laut derersten Hochrechnung von ARD/Infratest Dimap eindeutig stärkste Kraft mit 33,3 Prozent (ZDF/Forschungsgruppe Wahlen: 33,8 Prozent) der Stimmen. Die SPD liegt auf Platz zwei mit 26,5 Prozent (26,7 Prozent). Der Einzug der AfD in den Kieler Landtag ist mit 5,9 Prozent (5,5 Prozent) wahrscheinlich.

Die Grünen kommen demnach auf 13,3 Prozent (12,7 Prozent), die FDP erreicht 11,2 Prozent (10,7 Prozent), der SSW – die Vertretung der dänischen Minderheit – liegt bei 3,5 Prozent (3,2 Prozent). Die Linke verpasst den Einzug in den Landtag mit 3,4 Prozent (3,5 Prozent). Die Piraten spielten mit 1,1 Prozent (1,4 Prozent) keine Rolle und sind nicht mehr im Kieler Parlament vertreten.

Die CDU legte im Wahlkampf mit Daniel Günther eine fulminante Aufholjagd hin. Der Herausforderer hat Chancen, der nächste Ministerpräsident von Schleswig-Holstein zu werden, da eine Regierungsbildung gegen die CDU nicht möglich erscheint – es sei denn, die FDP wäre bereit, sich an einer Ampelkoalition zu beteiligen und Torsten Albig zum Ministerpräsidenten zu wählen.

  • Stimmen­verteilung
  • Gewinne & Verluste
  • Koalitions­rechner


Die CDU holt im neuen Landtag 24 Sitze, die SPD 20. Die Grünen erringen 10 Mandate, die FDP 8, die AfD 4 und der SSW 3. Damit ist die "Küstenkoalition" aus SPD, Grünen und SSW unter Leitung von Ministerpräsident Torsten Albig nach nur einer Legislaturperiode abgewählt. Für Schwarz-Grün würde es demnach nicht reichen. Eine Jamaika- oder eine Ampelkoalition wären möglich, ebenso natürlich eine große Koalition.

Landtagswahl - CDU deutlich vorn Die SPD hat bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein deutlich verloren, während die CDU laut Prognose 33 Prozent erreicht. © Foto: AFP-TV

"Torsten Albig ist abgewählt"

Ministerpräsident Torsten Albig hat die Niederlage der SPD bei der Landtagswahl eingeräumt: "Das ist heute ein bitterer Tag für die Sozialdemokratie, ein bitterer Tag für meine Regierung, ein bitterer Tag für mich." Die SPD habe mit ihrem Programm keine Mehrheit gewinnen können. Die SPD habe den Wählern als Angebot eine Asylpolitik gemacht, die niemanden ohne Not abschiebe. Sie stelle nun fest, dass sie damit keine Mehrheit haben gewinnen können.

Das Ergebnis sei ein klarer Auftrag an die CDU, Koalitionsgespräche zu führen, sagte Daniel Günther. "Und ich habe nie einen Hehl daraus gemacht, dass ich die FDP als Wunschkoalitionspartner habe, aber immer auch für Gespräche mit den Grünen zur Verfügung stehe."

Schleswig-Holsteins FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki will SPD und Grünen nicht zu einer Regierungsmehrheit verhelfen und kann sich eine Ampelkoalition mit der Hilfe der FDP schwer vorstellen. Er warf dem Ministerpräsidenten Torsten Albig (SPD) Hochmut vor: "Wer so viele Prozente verliert, wer so selbstgefällig ist wie Torsten Albig, der kann doch nicht erwarten, dass man ihn im Amt hält. Also die Sozialdemokraten müssen auch mal in sich gehen, aber eine Regierung unter der Führung von Torsten Albig kann ich mir schwer vorstellen."

Die Grünen mit ihrem über die Landesgrenzen hinaus bekannten Zugpferd Robert Habeck – bisher Umwelt- und Agrarminister – schnitten deutlich besser ab als in den bundesweiten Umfragen. Habeck sprach von einem "Ende des Abgesangs auf die Grünen". Grünen-Spitzenkandidatin Monika Heinold sagte zur Koalitionsfrage: "Die Ampel ist unser Favorit im Vergleich zu Jamaika."

"Haben es nicht geschafft zu mobilisieren"

SPD-Vize Ralf Stegner hat das Abschneiden seiner Partei als enttäuschend bezeichnet. "Das ist ein bitterer Tag für die Sozialdemokraten in Schleswig-Holstein." Das Ergebnis spiegele nicht den Bundestrend wider. SPD-Generalsekretärin Katarina Barley sagte, Schleswig-Holstein sei für die SPD immer ein schwieriges Pflaster gewesen. "Wir haben es nicht geschafft zu mobilisieren."

Das CDU-Präsidiumsmitglied Jens Spahn sieht im Wahlsieg seiner Partei einen klaren Auftrag an den Spitzenkandidaten Daniel Günther, Ministerpräsident zu werden. Der bisherigen Kieler Regierungskoalition mit SPD, Grünen und dem SSW hielt Spahn eine "Gängelpolitik" vor, die von den Wählern klar abgelehnt worden sei.

Schleswig-Holsteins Grünen-Chefin Ruth Kastner räumte die Niederlage der bisherigen Koalition aus SPD, Grünen und SSW ein: "Es ist leider nicht so, dass wir die Küstenkoalition fortsetzen können." Das prognostizierte Wahlergebnis von 13,5 Prozent für die Grünen wertete sie als Erfolg.

Die AfD ist mit ihrem knappen Ergebnis sehr zufrieden. Seine Partei sei nun zum zwölften Mal in Folge aus dem Stand in ein Landesparlament eingezogen, sagte der Parteivorsitzende Jörg Meuthen in der ARD.