Nach der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen wollen CDU und FDP über die Bildung einer schwarz-gelben Koalition verhandeln. Die Landesvorsitzenden Armin Laschet (CDU) und Christian Lindner (FDP) wollen am Montag den Landesvorständen ihrer Parteien eine entsprechende Empfehlung machen, teilten sie mit. 

Laschet zufolge würde eine schwarz-gelbe Koalition das Bundesland vor allem in der Bildungs- und Wirtschaftspolitik und in der inneren Sicherheit voranbringen wollen. "Es muss sich etwas ändern, es muss sich etwas verbessern in Nordrhein-Westfalen. Die Erwartungen sind hoch", sagte Laschet. Die Atmosphäre während der Sondierungsgespräche sei freundlich gewesen.

Lindner betonte, man sehe nach einem "sportiven Wahlkampf" auf beiden Seiten die Bereitschaft zu fairen Einigungen, durch die beide Parteien ihr Profil schärfen und dem Willen ihrer Wähler gerecht werden könnten. Die möglichen Koalitionspartner strebten "keinen Neuaufguss alter schwarz-gelber Koalitionen in Bund und Ländern" an. "Wir wollen verheutigen", sagte der FDP-Chef. Er kündigte außerdem an, die Partei werde ihre Mitglieder über die Koalition abstimmen zu lassen. Die CDU will darüber auf dem Landesparteitag entscheiden.

Nordrhein-Westfalen - CDU und FDP bereiten sich auf Verhandlungen vor In Nordrhein-Westfalen wollen CDU und FDP über eine gemeinsame Regierung verhandeln. Nach dem Rückzug der SPD in die Opposition ist Schwarz-Gelb das einzig realistische Bündnis. © Foto: Maja Hitij/Getty Images

Bei der Wahl am 14. Mai war die CDU mit 33 Prozent die stärkste Kraft geworden. Eine Koalition mit der FDP, die 12,6 Prozent der Stimmen erhielt, hätte eine Stimme Mehrheit im NRW-Landtag. Die SPD hatte eine Große Koalition zuvor ausgeschlossen. Deswegen wäre Schwarz-Gelb trotz der knappen Stimmenmehrheit die einzig realistische Koalition. Die bisherige rot-grüne Koalition unter Hannelore Kraft hatte bei der Wahl ihre Mehrheit verloren. Der neue Landtag kommt am 1. Juni zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen. Eine Frist für die Regierungsbildung setzt die Landesverfassung nicht.