Kurz vor der Landtagswahl in Schleswig-Holstein zeichnet sich keine Mehrheit für die regierende Koalition aus SPD, Grünen und SSW unter Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) ab. Im neuen ZDF-Politbarometer Extra kommt die CDU unverändert auf 32 Prozent. Die SPD büßt im Vergleich zur Vorwoche einen Punkt auf 29 Prozent ein.

Außer einer großen Koalition wären allein Dreierbündnisse aus SPD oder CDU mit Grünen und FDP möglich. Bei der letzten Landtagswahl 2012 hatte die CDU mit 30,8 Prozent knapp vor der SPD (30,4 Prozent) gelegen.

Die FDP legt der Umfrage zufolge um zwei Punkte auf 11 Prozent zu. Die Umfragewerte von Grünen (12 Prozent), AfD (6 Prozent) und Südschleswigschem Wählerverband SSW (3 Prozent), der von der Fünf-Prozent-Hürde ausgenommen ist, bleiben im Vergleich zur Vorwoche unverändert. Die Linke büßt einen halben Prozentpunkt auf 4,5 Prozent ein. Viele (35 Prozent) sind der Umfrage zufolge noch unsicher, ob und wen sie wählen wollen.

Bei der Frage, wen man lieber als Ministerpräsidenten hätte, verfügt der SPD-Kandidat und Amtsinhaber Torsten Albig mit 43 Prozent (minus 3 im Vergleich zur Vorwoche) nur noch über einen Vorsprung von sieben Prozentpunkten vor seinem Herausforderer von der CDU. Daniel Günther kommt auf 36 Prozent (plus 5).

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz gab sich bei seinem Wahlkampfabschluss im Norden am Donnerstag ungeachtet der auch bundesweit nachlassenden Umfragewerte zuversichtlich. "Als ich gewählt wurde, lag die SPD bei maximal 21 Prozent in den Umfragen. Jetzt liegen wir 100 Tage später bei 29, 30 Prozent. Wenn in den nächsten 100 Tagen die Entwicklung so weitergeht, bin ich zufrieden", sagte Schulz im Zug von Kiel nach Lübeck.

Entscheidend für ihn sei, dass die SPD wieder an Selbstbewusstsein gewonnen habe. Die Wahl in Schleswig-Holstein an diesem Sonntag und eine Woche später in Nordrhein-Westfalen gelten nach der Saarland-Wahl auch als wichtige Bewährungsproben für Schulz.

Zum Wahlkampfendspurt fährt an diesem Freitag auch Bundeskanzlerin Angela Merkel nach Schleswig-Holstein. Zwei Tage vor der Wahl will die CDU-Bundesvorsitzende ihren Parteifreunden im Norden den Rücken stärken.