Wer am 24. September zur Bundestagswahl geht, kann nicht für die Liberal-Konservativen Reformer (LKR) stimmen. Auf dem Bundesparteitag in Verden habe eine deutliche Mehrheit dagegen gestimmt, bei der Wahl anzutreten. Das teilte Sachsen-Anhalts Partei-Landesvorsitzender Detlef de Raad mit.  

"Wir haben beschlossen, dass es sinnvoller ist, die Mittel der Partei und die Arbeitskraft in die politische Arbeit zu stecken", sagte de Raad. Er begründete das mit den schlechten Ergebnissen bei den Landtagswahlen in Schleswig-Holstein und im Saarland, wo die Partei jeweils auf 0,2 Prozent kam.

Die LKR tragen ihren Namen seit November vergangenen Jahres. Davor hießen sie Allianz für Fortschritt und Aufbruch (Alfa). Der ehemalige AfD-Chef Bernd Lucke hatte die Partei im Sommer 2015 gegründet, nachdem er eine Vorstandswahl auf einem AfD-Bundesparteitag gegen seine damalige Konkurrentin Frauke Petry verloren hatte.

Lucke sollte eigentlich als LKR-Spitzenkandidat bei der diesjährigen Bundestagswahl antreten. Er war beim Parteitag in Verden anwesend.

Namensumstellung problematischer als gedacht

Insgesamt hätten etwa 80 stimmberechtigte Mitglieder teilgenommen, sagte Landesvorsitzender de Raad. Die Partei wolle nun versuchen, in der Öffentlichkeit bekannter zu werden und ihr Profil zu schärfen. Die Namensumstellung habe mehr Probleme mit sich gebracht als erwartet.

Bundesweit haben die LKR etwa 2.000 Mitglieder. Im Europaparlament sitzen fünf Abgeordnete von ihnen, darunter Lucke. In deutschen Parlamenten ist die Partei kaum vertreten. Der stellvertretende Bundesvorsitzende Christian Schäfer ist der einzige Abgeordnete der Partei, der in einem Landesparlament sitzt. Schäfer ist Mitglied der Bremer Bürgerschaft. Er hatte sich jüngst dagegen ausgesprochen, an der Bundestagswahl teilzunehmen.