Innenminister Thomas de Maizière (CDU) und Justizminister Heiko Maas (SPD) haben kritisiert, dass sich der deutsch-türkische Islamverband Ditib nicht am Friedensmarsch gegen Gewalt und islamistischen Terror in Köln beteiligt. "Teilnehmen wäre besser gewesen als abseits stehen", sagte de Maizière der Rheinischen Post. Es sei bedauerlich, dass nicht alle islamischen Dachverbände die Initiative unterstützten. Die Veranstaltung sei eine "wichtige Initiative, die deutlich macht, dass Muslime gegen den Terror im Namen des Islam eintreten".

Zu der Demonstration, die aus einer Privatinitiative mehrerer Muslime hervorgegangen ist, erwarteten die Veranstalter am Samstag rund 10.000 Teilnehmer. Der türkisch-islamische Verband Ditib lehnte eine Beteiligung ab.

Justizminister Maas forderte Ditib zu einer klaren Haltung auf. Zwar dürfe kein Muslim wegen des islamistischen Terrors unter Generalverdacht gestellt werden. Doch sei es Aufgabe der gesamten Zivilgesellschaft, sich von Terror zu distanzieren, schrieb Maas in einem Gastbeitrag für den Kölner Stadt-Anzeiger. "Das scheint leider der Islamverband Ditib nicht verstanden zu haben", kritisierte der Minister. Der isoliere sich mit seiner Absage immer mehr und liefere so den Gegnern des Islams neue Argumente. Die muslimischen Verbände seien "selbstverständlich in einer besonderen Verantwortung, extremistische Strömungen in den Moscheen bereits im Keim zu ersticken".

Die Türkisch-Islamische Union (Ditib), die der türkischen Religionsbehörde in Ankara untersteht, hatte ihre Teilnahme an der Demonstration abgesagt und das unter anderem damit begründet, dass "muslimische Antiterrordemos" die Muslime stigmatisierten. Das war auch bei anderen Politikern kritisiert worden.