Die Bundeswehr wünscht sich ein neues Kampfflugzeug und will es nicht allein entwickeln. Trotz bislang eher schwieriger Erfahrungen scheinen andere europäische Länder interessiert, dabei mitzuarbeiten. So zumindest lassen sich Äußerungen von Fernando Alonso verstehen, dem Chef der militärischen Flugzeugsparte von Airbus Defense and Space.

Das Bundesverteidigungsministerium hatte im Januar 2016 seine neue Militärische Luftfahrtstrategie vorgestellt. Darin ist auch der Wunsch nach einem "NextGenWS", einem Waffensystem der nächsten Generation enthalten, zu dem ein Advanced Command Fighter gehören soll, ein neues, bemanntes Kampfflugzeug. Die Maschine soll die Flugzeuge des Typs Tornado ablösen. In dem Konzept steht auch, dass der neue Kampfjet "multinational" gebaut werden soll.

Das Bemühen um eine solche Kooperation verwundert. Denn der Eurofighter, der von deutschen, italienischen, spanischen und britischen Rüstungsfirmen gemeinsam entwickelt worden war, gilt politisch, logistisch und finanziell als Katastrophe.

Der Brexit ist nur eines von vielen Problemen

Alonso sagte im Rahmen der Luftfahrtshow von Paris laut einem Bericht von Reuters: "Wir arbeiten bereits an dem Waffensystem der nächsten Generation." Die Arbeit sei Teil eines größeren Entwurfs zu künftigen Waffensystemen, darunter auch unbemannte Flugzeuge. Deutschland habe diese Arbeit initiiert, aber Spanien und andere Länder seien sehr daran interessiert. "Ich hoffe sehr, dass auch Frankreich beteiligt sein wird."

Die Entwicklung von Kampfflugzeugen ist so aufwendig geworden, dass kaum noch ein Land in der Lage ist, sie allein zu bewerkstelligen. Selbst die USA haben ihre aktuelle Maschine, die F-35, mit Hilfe von Großbritannien und anderen Ländern gebaut. Gleichzeitig zeigen Projekte wie der Eurofighter und aktuell auch das Transportflugzeug A400M, wie schwierig eine solche Kooperation ist. Unterschiedliche Anforderungen führen zu Problemen und enormen Kosten. Der geplante Ausstieg Großbritanniens aus der EU könnte eine zusätzliche Hürde für ein solches Projekt sein.

Frankreich war ursprünglich auch Teil der Arbeitsgruppe, die Mitte der achtziger Jahre mit der Planung des Eurofighter begann, stieg jedoch später aus und baute ein eigenes Kampfflugzeug namens Rafale. Derzeit aber scheinen Deutschland und Frankreich es noch einmal miteinander versuchen zu wollen. So haben beide Länder vor zwei Jahren vereinbart, gemeinsam eine bewaffnete Drohne zu entwickeln.