Der Bundeswahlausschuss hat neben den acht bereits in Landtagen etablierten Parteien CDU, CSU, SPD, Linke, Grüne, FDP, AfD und Freie Wähler auch zahlreiche kleine oder neue Parteien zur Bundestagswahl zugelassen.

Insgesamt hatten 64 Vereinigungen eine Teilnahme an der Bundestagswahl beantragt. Vierzig davon könnten tatsächlich auf dem Wahlzettel landen. Zu den bekannteren Gruppen gehören die Piratenpartei, die Deutsche Kommunistische Partei und die NPD. Gegen die NPD waren immer wieder Verbotsverfahren eingeleitet worden, zuletzt hatte das Bundesverfassungsgericht im März 2016 über den NPD-Verbotsantrag des Bundesrates verhandelt. Im Januar 2017 lehnte das Gericht ein Verbot ab. Dafür billigte der Bundesrat am Freitag einen Gesetzesbeschluss, wonach verfassungsfeindliche Parteien von der Parteienfinanzierung ausgeschlossen werden können.

Die anderen zugelassenen Klein- und Kleinstparteien vertreten häufig Sonderinteressen oder radikale politische Ansichten. So stehen auf der Liste unter anderem die separatistische Bayernpartei, die spirituellen Violetten und Die Urbane. Eine HipHop Partei. Diese verstehen Hip-Hop als "globale emanzipatorische Bewegung" und wollen Werte wie Teilhabe, gewaltfreie Konfliktbewältigung und eine machtkritische Perspektive aus der Musik in die Politik bringen.

Die zugelassenen Gruppen müssen zur finalen Wahlaufstellung nun Wahlvorschläge formulieren und dafür Unterstützungsunterschriften sammeln. Für einen Kreiswahlvorschlag brauchen die Kandidaten mindestens 200 Unterschriften aus ihrem Wahlkreis, bei einem Landeslistenvorschlag sind es 2.000 Unterschriften. Für kleine Länder reicht es auch, wenn ein Tausendstel der Wahlberechtigten sie unterstützt.

Andere Gruppen waren vor dem Bundeswahlausschuss an formalen Hürden gescheitert. So dürfen sich etwa die WasserPartei DeutschlanD (WPD), die Freie Heldenpartei Germany oder Der Blitz nicht den Wählern stellen. Bis zum 11. Juli können die Gruppen, die nicht zugelassen wurden, Beschwerde beim Bundesverfassungsgericht einlegen. Bis zum 27. Juli entscheidet das Gericht über die Beschwerde.