Großbritannien - Schäuble und Lagarde hoffen auf Exit vom Brexit Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble und Christine Lagarde, Chefin des Internationalen Währungsfonds, hoffen offenbar, dass die Briten ihren Brexit-Beschluss rückgängig machen könnten. © Foto: Christina Sabrowsky / dpa

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble und Christine Lagarde, Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), haben offenbar noch Hoffnung, dass die Briten ihren Brexit-Beschluss rückgängig machen könnten. "Wir wollen den Schaden begrenzen für beide Seiten", sagte Schäuble am Donnerstag beim ZEIT-Forum in Hamburg zum G20-Gipfel. "Es ist in unserem Interesse, ein starkes Vereinigtes Königreich zu haben, das so eng wie möglich mit Europa zusammenarbeitet."

Es stehe ihm zwar nicht an, den Briten eine Revision ihrer Entscheidung anzuraten. "Wenn sich Großbritannien aber in diese Richtung bewegen sollte, wird die Tür offen sein – selbst nach einem Brexit", sagte er.

IWF-Chefin Christine Lagarde äußerte sich ähnlich. Auf die Frage, was sie den Briten mit Blick auf die Brexit-Verhandlungen anraten würde, antwortete sie: "Sorgen sie dafür, dass das nicht irreversibel ist". Man wisse nie, was die Zukunft bringe. Sie riet der EU und Großbritannien, weiter eng zusammenzuarbeiten.

Zudem wurde auch Donald Trump gewarnt. Sie forderten den US-Präsidenten auf, den freien Welthandel nicht einzuschränken – dieser habe zu Einkommenszuwächsen geführt und Armut reduziert. "Das ist nicht einfach so passiert", sagte Lagarde. Wegen Trumps Abschottungskurs ist unklar, ob es bei dem Gipfel überhaupt Fortschritte bei einer weiteren Liberalisierung des Freihandels geben wird.