Vier Wochen vor der Bundestagswahl verliert die SPD weiter an Zustimmung: Wie aus dem ARD-Deutschlandtrend hervorgeht, verloren die Sozialdemokraten im Vergleich zur Umfrage vom 9. August zwei Prozent und kommen nur noch auf 22 Prozent der Stimmen. Die Union büßte einen Prozentpunkt ein und würde aktuell 38 Prozent der Stimmen auf sich vereinen.

Die AfD konnte der Umfrage von Infratest dimap zufolge zwei Prozentpunkte zulegen und steht aktuell bei 10 Prozent. Auch die FDP hat einen Prozentpunkt hinzugewonnen und kommt nun auf 9 Prozent der Stimmen. Die Linke und die Grünen verharren bei 9 beziehungsweise 8 Prozent.  

Damit hätte eine Regierungskoalition aus SPD und CDU aktuell 60 Prozent der Stimmen sicher. Eine schwarz-gelbe Koalition würde auf 47 Prozent der Stimmen kommen, ein Prozentpunkt mehr als eine schwarz-grüne Koalition mit 46 Prozent. Eine Koalition aus SPD, Linke und Bündnis 90/Die Grünen würde aktuell nur 39 Prozent der Stimmen auf sich vereinen und keine Regierungsmehrheit bilden können.

Bundestagswahlkampf - "Mit Flüchtlingspolitik kann man keine Wahl gewinnen" Bis jetzt zeichnet sich der Wahlkampf vor allem durch gepflegte Langeweile aus. Warum ist das so? Ein Videobeitrag © Foto: ZEIT ONLINE

Die dringendsten politischen Aufgaben der nächsten Bundesregierung bewerteten die Befragten sehr unterschiedlich. Zwölf Prozent waren der Meinung, die neue Regierung solle sich primär um die Klärung der Einwanderungsfragen, die Neudefinition des Asylrechts und die Schaffung eines Einwanderungsgesetzes kümmern. Neun Prozent hielten es für wichtig, dass sich die Kluft zwischen Arm und Reich verringert, eine Reichensteuer eingeführt wird und soziale Ungerechtigkeiten und Armut bekämpft werden. Für sieben Prozent stand demnach die innere Sicherheit mit Terror- und Kriminalitätsbekämpfung im Vordergrund.

Neben den oben genannten Hauptforderungen werden auch eine große Breite weiterer Themen genannt, dabei Aufgaben im Zusammenhang mit der Familienpolitik, die Beziehungen zu Russland und der Türkei oder der wirtschaftlichen Stabilität.

Der Deutschlandtrend ist eine Umfrage von Infratest dimap im Auftrag des ARD-Morgenmagazins.    

Über die Unsicherheiten von Umfragen

Repräsentative Umfragen unterliegen immer Fehlern. Man kann davon ausgehen, dass der tatsächliche Wert mit hoher Wahrscheinlichkeit in einem Bereich von einem bis drei Prozentpunkten über oder unter den letztlich angegebenen Messwerten liegt. Den Korridor dieses statistischen Fehlers zeigen wir ab sofort in unseren Grafiken zu Wahlumfragen.

Die Ergebnisse basieren immer auf Stichprobenbefragungen. Diese decken in der Regel nur spezielle Teile der Bevölkerung ab (z.B. Menschen mit Festnetz-Telefonanschluss oder Internetnutzer). Einige potenzielle Teilnehmer sind ablehnend und wollen erst gar nicht befragt werden. Fragen werden mitunter auch falsch verstanden und nicht immer aufrichtig beantwortet. Zum Beispiel auch in Reaktion auf vorangegangene Umfragen. Um jedoch ein allgemeines Meinungsbild über alle Bevölkerungsgruppen hinweg zu berechnen, müssen die Demoskopen fehlende Messwerte und vermutete Ungenauigkeiten ausgleichen und die vorliegenden Zahlen neu gewichten. Diese (in der Regel nicht transparenten) Formeln unterscheiden sich in den Instituten und führen daher zu unterschiedlichen Aussagen.

Umfragewerte sind immer Momentaufnahmen. Mehr als eine grobe Tendenz für ein Meinungsbild lässt sich daraus nicht ableiten. Selbst wenn die Aussagen und Berechnungen zum Veröffentlichungszeitpunkt der Umfrage nahe an der Realität liegen, ist immer noch offen, ob die damals befragten Wähler zum Beispiel später tatsächlich ihre Stimme abgeben oder sich kurzfristig umentscheiden.

Weitere Hintergründe über unseren Umgang mit Wahlumfragen finden Sie in unserem Transpararenzblog Glashaus.