Zur Bundestagswahl werden die Wähler eine so große Auswahl wie zur Zeit der Wiedervereinigung haben. Insgesamt 42 Parteien werden antreten, teilte Bundeswahlleiter Dieter Sarreither mit. Eine Chance auf einen tatsächlichen Einzug in den Bundestag haben neben den Unionsparteien, SPD, Grüne und Linke laut jüngeren Umfragen auch die FDP und die AfD.

Außerdem treten zahlreiche kleinere Parteien an, darunter die Piraten, NPD, Freie Wähler und ÖDP, aber auch weltanschauliche Vereinigungen wie das Bündnis C – Christen für Deutschland oder die Partei der Humanisten an. Schließlich werden zahlreiche Interessenbündnisse auf dem Wahlzettel landen, unter anderem die Familien-Partei Deutschland, Die Urbane. Eine HipHop Partei, die Magdeburger Gartenpartei oder die Partei für Veränderung, Vegetarier und Veganer.

Insgesamt werden sich 4.828 Bewerber dem Votum der Wähler stellen. Nur bei der Bundestagswahl 1998 war die Zahl der Bewerber mit 5.062 höher. Dies widerspreche der allgemeinen These der Politikverdrossenheit, sagte Sarreither. Die Wählerzahl ist nämlich rückläufig: Nach seinen Angaben sind 61,5 Millionen Deutsche wahlberechtigt, und damit etwas weniger als 2013.

Die Kandidaten sind im Durchschnitt außerdem jünger und weiblicher als bei den letzten Bundestagswahlen. Das Durchschnittsalter liegt derzeit bei 46,9 Jahren. Die größte Altersgruppe liegt mit gut einem Drittel bei den 50- bis 59-Jährigen, gefolgt von den 40- bis 49-Jährigen.

Der Frauenanteil liegt bei 29 Prozent. Betrachtet man ausschließlich die fünf Parteien im aktuellen Bundestag, haben die Grünen (50,9 Prozent) und die Linken (50,3 Prozent) den höchsten Frauenanteil unter ihren Kandidaten. Den niedrigsten Anteil haben CDU (35,8 Prozent) und CSU (30,0 Prozent).

An Berufsgruppen sind die Bereiche Unternehmensorganisation, Recht und Verwaltung mit gut 36 Prozent am stärksten vertreten.