Der CDU-Politiker Jens Spahn kritisiert das Verhalten "elitärer Hipster", wie er sie in Berlin beobachtet. In einem Gastbeitrag in der ZEIT schreibt Spahn, indem diese Menschen ausschließlich Englisch sprächen, schotteten sie sich gegenüber den Normalbürgern ab. "Das ist nicht weltoffen, sondern provinziell", sagte der CDU-Politiker.

"Es geht mir vor allem um uns Deutsche selbst", sagte Spahn. Es sei eine "anbiedernde Bereitschaft, vorschnell und ohne Not die eigene Muttersprache hintanzustellen – selbst in Situationen, wo das gar nicht nötig wäre." Das bloße Verwenden einer anderen Sprache sei kein Ausweis von Internationalität, sondern zeuge von "provinzieller Selbstverzwergung".  

Lesen Sie den Gastbeitrag von Jens Spahn in der ZEIT Nr. 35 vom 24.08.2017.

Die Opfer der "elitären Hipster" seien sowohl diejenigen Deutschen, die des Englischen nicht so mächtig seien als auch Zuwanderer. Spahn sagte: "Es ist doch absurd: Wir verlangen von Migranten mit Recht, dass sie Deutschkurse absolvieren, um sich zu integrieren. Währenddessen verlegen sich die Großstädte hipsterhaft aufs Englische und schotten sich so vom Otto Normalverbraucher ab."

Spahn zufolge werde damit eine verschärfte Form des elitär-globalisierten Tourismus gelebt: "Alle, die nicht mithalten können bei der Generation easyJet bleiben außen vor." In Berlin habe sich "eine völlig neue Form von Parallelgesellschaft entwickelt: Junge Leute aus aller Welt, die unter sich bleiben".

Bei seiner Argumentation zieht Jens Spahn historische Parallelen: "Im 18. Jahrhundert wurde an allen europäischen Höfen französisch gesprochen (…), die französische Kultur galt damals als Maß aller Dinge. Die Verwendung der Fremdsprache diente aber auch immer der Distinktion, der bewussten Abgrenzung zu den Unkundigen in den anderen Klassen: Bedienstete, Handwerker und Bauern sprachen kein Französisch. Heute erleben wir in den Biotopen unserer Großstädte eine neue Form dieser höfischen elitären Kultur."

Die allgegenwärtige Verwendung des Englischen in deutschen und europäischen Großstädten sei laut Spahn als "das augenfällige Symptom einer bedauerlichen kulturellen Gleichschaltung" zu werten.

Lesen Sie den Gastbeitrag von Jens Spahn in der ZEIT Nr. 35 vom 24.08.2017.