Die SPD hat Finanzstaatssekretär Jens Spahn (CDU) auf­ge­for­dert, seine Be­tei­li­gung an einer Steu­er­fir­ma auf­zu­ge­ben oder zu­rück­zu­tre­ten. Spahn müsse sich unab­hän­gig von der recht­li­chen Be­wer­tung "zwi­schen sei­nem po­li­ti­schen Amt und sei­nem pri­vat­wirt­schaft­li­chen En­ga­ge­ment ent­schei­den", sagte SPD-Generalsekretär Hu­ber­tus Heil der Bild am Sonntag: "Ge­nau­so wie ein Staatssekre­tär im Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um sich nicht an Rüs­tungs­fir­men beteiligen soll­te, soll­te ein Fi­nanz­staats­se­kre­tär pri­vat die Fin­ger von der Finanzwirt­schaft las­sen."

Zuvor hatten weitere Politiker der Grünen und der Sozialdemokraten das Investment als Interessenskonflikt kritisiert. Die Bundesregierung reagierte zurückhaltend. Spahn bezeichnete die Vorwürfe als nicht nachvollziehbar.

Recherchen des Wirtschaftsmagazins Bilanz hatten ergeben, dass Spahn privat 15.000 Euro in das schwäbische Start-up pareton investiert und so 1,25 Prozent der Anteile erworben hatte. Die Firma entwickelt und verkauft Steuersoftware; Spahn ist als Staatssekretär unter anderem für Finanztechnologien zuständig.

Dass Spahn selbst den Vor­gang nicht für mo­ra­lisch be­denk­lich halte, werfe "kein gutes Licht auf sein Amts­ver­ständ­nis", kritisierte Heil. Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hatte Spahn als große Zukunftshoffnung der Union bezeichnet.