Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer hat eine weitere Verlängerung der Grenzkontrollen zwischen Deutschland und Österreich gefordert. Solange die EU-Außengrenzen nicht wirksam geschützt würden, "kann man auf nationale Grenzkontrollen nicht verzichten", sagte Seehofer den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Einen wirksamen Schutz der Außengrenzen könne er bisher jedoch nicht erkennen.

Damit reagierte er auf die Ankündigung der EU-Kommission, die Ausnahmegenehmigung für Kontrollen im Schengen-Raum nicht erneut zu verlängern. "Das ist jetzt wieder so eine Sommeräußerung von irgendjemandem aus Brüssel", sagte der CSU-Vorsitzende. "Das zeigt, wie wenig Bezug die zu den Befindlichkeiten der Bevölkerung haben."

Deutschland hatte wegen der hohen Flüchtlingszahlen im September 2015 als erstes Schengen-Land Kontrollen an der Grenze Bayerns zu Österreich eingeführt. Daraufhin führten auch Österreich, Dänemark, Schweden und Norwegen Kontrollen an ihren Grenzen ein. Die EU-Kommission hatte eigentlich vor, diese bereits Ende 2016 zu beenden, um damit die Reisefreiheit im Schengen-Raum wiederherzustellen. Stattdessen genehmigte sie jedoch noch eine Verlängerung bis zum 11. November. Gleichzeitig hatte EU-Innenkommissar Dimitris Avramopoulos aber betont, diese Verlängerung sei das "letzte Mal".

Dem Schengen-Raum gehören 26 Länder an, darunter auch die Nicht-EU-Staaten Norwegen, Island, Schweiz und Liechtenstein. Ihre Bürger können sich normalerweise ohne Kontrollen zwischen den Mitgliedstaaten bewegen. Die Wirtschaft profitiert ebenfalls davon, da Güter schneller und besser zu Abnehmern gebracht werden können.