Die Staatsanwaltschaft Saarbrücken hat Ermittlungen gegen die saarländische AfD-Politikerin Laleh Hadjimohamadvali aufgenommen. Ein Sprecher bestätigte einen Bericht der Saarbrücker Zeitung, wonach die Bundestagskandidatin während einer Rede islamfeindliche Aussagen gemacht haben soll. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Anfangsverdachts der Beschimpfung von Bekenntnissen, Religionsgemeinschaften und Weltanschauungsvereinigungen in Tateinheit mit Volksverhetzung.

Laut der Zeitung sagte die AfD-Politikerin auf einem Landesparteitag im Juni in Völklingen unter anderem, der Islam sei "schlimmer als die Pest". Die Muslime würden jeden Tag stärker und nähmen ein immer größeres Stück von Deutschland ein. Die Anzeige gegen sie hatte ein ehemaliges AfD-Mitglied erstattet, nachdem die Saarbrücker Zeitung die Äußerungen zitiert hatte.

Hadjimohamadvali, die in den achtziger Jahren aus dem Iran nach Deutschland geflüchtet war, wurde wegen ihrer Äußerungen in der Vergangenheit nach eigenen Angaben  bereits mehrmals von Facebook gesperrt. Dies soll sie nach Angaben der Zeitung in einem Video selbst berichtet haben. Zu den Ermittlungen wollte sich die Bundestagskandidatin nicht äußern.

Der Spitzenkandidat der Saar-AfD, Christian Wirth, distanzierte sich laut Saarbrücker Zeitung von Hadjimohamadvalis Äußerungen. Die Pauschalisierung und Verunglimpfung einer ganzen Religion sei "nicht statthaft, da es auch sehr viele friedliche Muslime in unserem Land gibt".

Derzeit sind auch die Äußerungen einer weiteren AfD-Politikerin ein Fall für die Staatsanwaltschaft Saarbrücken. Dem Bericht zufolge prüft die Behörde derzeit, ob sie ein Verfahren gegen das namentlich nicht genannte Landesvorstandsmitglied einleiten soll. Anlass dafür ist demnach ein inzwischen gelöschter Facebookbeitrag, über den bereits der Saarländische Rundfunk berichtet hatte. Darin soll die Politikerin über Schlepperboote geschrieben haben: "Am besten alle samt Inhalt versenken. Ja, ich meine das ernst." Laut dem Sender habe sie hinzugefügt, die "Kundschaft" krimineller Schlepperbanden führe sich auf "wie die Primaten".