Finanzstaatssekretär Jens Spahn (CDU) hat angekündigt, er werde sich von seiner umstrittenen Beteiligung an einem Start-up für Steuersoftware trennen. "Ich bin auf der Suche nach einem Käufer", sagte er der Süddeutschen Zeitung. Sobald dieser gefunden sei, werde er auch den staatlichen Zuschuss zurückzahlen, den er für das Investment bekommen hatte.

Recherchen des Wirtschaftsmagazins Bilanz hatten ergeben, dass Spahn privat 15.000 Euro in das schwäbische Start-up pareton investiert und so 1,25 Prozent der Anteile erworben hatte. Auf Nachfrage der Süddeutscher Zeitung bestätigte er, den üblichen staatlichen Zuschuss beantragt zu haben. Danach bekommen sogenannte Business-Angels, die wie Spahn privates Geld in Start-ups investieren, 20 Prozent der Gesamtsumme erstattet. Spahn kassierte demnach 3.000 Euro.

Politiker der Grünen und der SPD hatten Spahn kritisiert, weil er sich an einem Unternehmen beteiligte, das einer Branche angehört, für die er im Finanzministerium zuständig ist. SPD-Generalsekretär Hubertus Heil forderte ihn schließlich auf, seine Beteiligung aufzugeben oder zurückzutreten, der Interessenkonflikt sei für sein Amt zu groß. Die Bundesregierung reagierte zurückhaltend auf die Kritik. Spahn bezeichnete die Vorwürfe zunächst als nicht nachvollziehbar