Der frühere Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg betrachtet die Plagiatsaffäre um seine Doktorarbeit, die 2011 zum Rücktritt des CSU-Politikers führte, als abgeschlossen. "Ich habe alle Konsequenzen ertragen", sagte der 45-Jährige bei seinem ersten Wahlkampfauftritt für die CSU im oberfränkischen Ort Kulmbach. "Aber ich darf auch nach so langer Zeit für mich sagen, jetzt ist auch mal irgendwann gut."

Auf die Affäre um seine Dissertation, die in Teilen abgeschrieben war, ging Guttenberg nicht direkt ein. Er sprach aber von einem "absolut selbst verursachten" Fehler und von "Spott und Häme", die er abbekommen habe. Zugleich kokettierte er mit dem Thema: Er stehe bewusst vor und nicht hinter dem Rednerpult, sagte Guttenberg vor mehr als 1.000 Zuhörern in der vollbesetzten Stadthalle. Er wolle nicht Gefahr laufen, eine "abgeschriebene Rede" vorzutragen.

Guttenberg war nach der Plagiatsaffäre von allen politischen Ämtern zurückgetreten und in die USA gezogen. Als Wahlkämpfer für die CSU will er in den kommenden Wochen mehrere Termine in Bayern absolvieren. Speziell in seiner Heimat Oberfranken habe er auch in "dunklen Stunden" viel Zuspruch erfahren, sagte er.

Bundestagswahlkampf - Guttenberg spricht sich für gutes Verhältnis zu USA aus Nach der Plagiatsaffäre und seinem Rücktritt hat der ehemalige Bundesverteidigungsminister mehrere Jahre in den USA verbracht. Bei einer CSU-Veranstaltung in Kulmbach hatte er einen Rat im Gepäck. © Foto: Sven Hoppe / dpa

"Nicht ganz Amerika besteht aus blonden Wüterichen"

In seiner Rede lobte Guttenberg Kanzlerin Angela Merkel (CDU). Er sagte, Deutschland sei "bei meiner ehemaligen Chefin" in den besten Händen. Merkel gehe an die außenpolitischen Probleme heran wie er es von keinem anderen Politiker kenne. Dass Schulz die Kanzlerin abgehoben genannt hat, sei lächerlich. 

In Guttenbergs 80 Minuten langem Auftritt ging es überwiegend um die Außen- und Sicherheitspolitik. Er warb um weiterhin gute Beziehungen zu den USA: "Nicht ganz Amerika besteht aus blonden Wüterichen", sagte er mit Blick auf US-Präsident Donald Trump. Deutschland dürfe nicht mit "Klugscheißerei und Besserwisserei" über den Atlantik blicken.