Wolfgang Kubicki hält eine Jamaikakoalition im Bund für problematisch. Der Deutschen Presse-Agentur sagte der Kieler FDP-Fraktionschef, die positiven Erfahrungen mit einer Koalition aus CDU, FDP und Grünen in Schleswig-Holstein ließen sich nicht auf die Bundesebene übertragen.

In Schleswig-Holstein habe sich die Zusammenarbeit von FDP und Grünen bereits in der Vergangenheit bewährt, sagte Kubicki. Man kenne sich und könne einander gut einschätzen. So habe sich in den vergangenen Wochen eine Vertrauensbasis entwickelt, die er nicht für möglich gehalten habe, sagte der FDP-Politiker.

Doch in Berlin sei die Situation eine andere, sagte Kubicki. Land und Bund seien "zwei völlig verschiedene Paar Schuhe". Eine Zusammenarbeit zwischen FDP und Grünen in der Opposition habe dort keine Tradition.

Kubicki, der am 24. September für den Bundestag kandidiert, übte zudem heftige Kritik an grünen Spitzenpolitikern: "So geht mir die moralische Impertinenz von Katrin Göring-Eckardt wirklich auf den Senkel", sagte Kubicki. Auch mit Anton Hofreiter und Jürgen Trittin könne sich eine mögliche Zusammenarbeit schwierig gestalten. "Ich kann mir viel vorstellen, aber dass wir mit denen eine vernünftige Basis finden für die nächsten vier Jahre, übersteigt zumindest momentan meine Vorstellungskraft".