Die AfD wehrt sich gegen die Veröffentlichung einer E-Mail mit rassistischen Bemerkungen und demokratieverachtenden Thesen, die laut einem Zeitungsbericht mit dem Absender Alice Weidel gekennzeichnet ist. Einer der früheren Vertrauten der AfD-Spitzenkandidatin gibt laut einem Bericht der Welt am Sonntag an, das Schreiben im Februar 2013 erhalten zu haben. Die Zeitung berichtet, ihr liege eine eidesstattliche Versicherung des Mail-Empfängers vor. Die AfD bestreitet in Weidels Namen, dass sie die Autorin ist.  

In der E-Mail heißt es laut dem Bericht im Originalwortlaut: "Der Grund, warum wir von kulturfremden Voelkern wie Arabern, Sinti und Roma etc ueberschwemmt werden, ist die systematische Zerstoerung der buergerlichen Gesellschaft als moegliches Gegengewicht von Verfassungsfeinden, von denen wir regiert werden". Unter Verweis auf eine andere Passage der Mail berichtet die Welt am Sonntag, dass die Regierung von Angela Merkel als "Schweine" und "Marionetten der Siegermächte des Zweiten Weltkriegs" bezeichnet wird. Weiter heißt es, dass diese Regierung durch Überfremdung in Ballungszentren "molekulare Bürgerkriege" hervorrufen wolle, um "das deutsche Volk klein zu halten". 

"Mit Leuten wie Dir wird die AfD wirklich gefährlich"

Ein Pressesprecher sagte der Deutschen Presse-Agentur, die angebliche Mail sei gefälscht. Weidels Anwälte teilten laut Welt am Sonntag mit, es sei falsch und rechtswidrig, "öffentlich zu behaupten, unsere Mandantin habe diesen Text geschrieben, oder auch nur diesen Verdacht zu äußern". Der Empfänger der Mail führt laut der Zeitung an, die Mail nehme in der Betreffzeile Bezug auf ein Gespräch zwischen ihm und Weidel. Zudem sei die Mail wie üblich mit Weidels Spitznamen "Lille" gezeichnet. 

2013 war Alice Weidel noch nicht Mitglied der Alternative für Deutschland gewesen, die sich damals in Gründung befand. Sie soll sich dem Zeitungsbericht zufolge aber bereits bei der "Wahlalternative 2013", dem AfD-Vorläufer, engagiert haben. 2015 wurde sie in den Bundesvorstand gewählt, im April dieses Jahres wurde sie gemeinsam mit Parteivize Alexander Gauland Spitzenkandidatin.

Die Welt am Sonntag berichtet zudem über einen zwei Seiten langen Brief von zwei Frauen aus dem ehemaligen Frankfurter Bekanntenkreis von Weidel an die AfD-Politikerin vom Mai 2016. Darin stellen die Frauen laut dem Bericht fest, sie hätten sich selten "so in einem Menschen getäuscht". Weidel sei besonders für die Brandstiftung verantwortlich, die von ihrer Partei ausgehe: "Mit Leuten wie Dir wird die AfD wirklich gefährlich."