Die Studentin, die in Alice Weidels Haushalt gearbeitet hat, hat das Einkommenslimit für eine sozialabgabenfreie Beschäftigung von jährlich 750 Franken überschritten. Sie war nach Informationen der ZEIT etwa ein Jahr lang, in der Regel zwei bis drei Stunden pro Woche, im Haushalt der heutigen AfD-Spitzenkandidatin in Biel in der Schweiz tätig. Die Studentin verdiente 25 Franken pro Stunde, was für Schweizer Verhältnisse üblich ist.

In der Schweiz muss grundsätzlich jede Arbeit sozialversichert werden. Sogenannte Sackgeldjobs können aber von der Beitragspflicht befreit werden. Dies gilt für Jugendliche und junge Erwachsene bis zum Alter von 25 Jahren, die weniger als 750 Franken pro Jahr verdienen. Diese Verordnungsänderung trat am 1. Januar 2015 in Kraft. Die Studentin war zum Zeitpunkt ihrer Tätigkeit jünger als 25 Jahre und erhielt das Geld in bar.

Ein erster Bericht der ZEIT darüber hatte viele Reaktionen von der Partei, Weidels Rechtsbeiständen und Lesern hervorgerufen. Vor allem AfD-Anhänger unterstellten der ZEIT, "Fake News" zu verbreiten. Sie verwiesen auf die genannte Verordnung zur Beitragsbefreiung und merkten an, dass Barzahlung in der Schweiz nicht illegal sei. Auch Weidel selbst äußerte sich so. Auf ihrer Facebook-Seite postete sie: "Die ZEIT unterschlägt dabei, dass eine Barzahlung an Haushaltshilfen nach dem maßgeblichen Schweizer Recht völlig legal ist." Darunter finden sich Hunderte Reaktionen.

DIE ZEIT hatte Weidel vor Erscheinen des Berichts mit ihren Erkenntnissen konfrontiert, wie es in solchen Fällen geboten ist. Am frühen Dienstagmorgen bat die Redaktion um Stellungnahme. 

Die Redaktion setzte eine Frist bis zum Abend, dem Redaktionsschluss der gedruckten ZEIT. Am Abend antwortete Weidels Anwalt, dass die gesetzte Frist für einen solch komplexen Sachverhalt zu kurz sei.

Am Mittwochnachmittag verwies auch der Anwalt auf die geltende Rechtslage. Er schrieb per E-Mail: "Nach dem maßgeblichen Schweizer Recht ist die aktuelle Rechtslage vielmehr wie folgt: Hausangestellte mit Jahrgang 1999 bis 1992 müssen nur dann bei der Kantonalen Ausgleichskasse angemeldet werden, wenn ihr Lohn im Jahr 750 Franken übersteigt. Löhne unter dieser Grenze sind beitragsfrei."