Elf Tage vor der Bundestagswahl hat SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz Amtsinhaberin Angela Merkel (CDU) zu einem zweiten TV-Duell aufgefordert. In der ZDF-Sendung Klartext sagte er, in der Fernsehdebatte mit der Bundeskanzlerin seien viele Punkte, die die Bürger bewegten, gar nicht angesprochen worden: "Deshalb habe ich Frau Merkel heute einen Brief geschrieben und sie aufgefordert, ein nächstes Duell mit mir zu machen, damit all' diese Punkte auch diskutiert werden können."

Im TV-Duell Anfang September waren Merkel und Schulz intensiv zu Flüchtlingskrise, Integration und Türkei-Politik befragt worden. Themen wie Digitalisierung, Rente, Bildung oder Pflege waren von den vier Moderatoren gar nicht oder nur kurz thematisiert worden.

In dem Brief an Merkel, der auch mehreren Medien vorliegt, schreibt Schulz, auch Merkel selbst habe die Themenauswahl beklagt. "Die Bürgerinnen und Bürger verdienen eine umfassende Debatte um die zentralen Zukunftsfragen unseres Landes. Aus diesem Grunde fordere ich ein zweites TV-Duell vor der Bundestagswahl. Ich bin jederzeit dazu bereit."

Die TV-Sender ARD, ZDF, RTL und Sat.1 hatten sich im Vorfeld mehr als ein Duell gewünscht. Merkel lehnte dies ab. SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann sprang seinem Parteichef bei: "Ich finde, die Wählerinnen und Wähler haben ein Recht auf ein zweites TV-Duell, in dem die Alltagssorgen der Menschen im Mittelpunkt stehen", schrieb er auf Twitter.  

Bundestagswahl - Die wichtigsten Aussagen aus dem TV-Duell Die Themen Flucht und Migration haben lange die Debatte zwischen Martin Schulz (SPD) und Angela Merkel (CDU) dominiert. Die Rente, der Dieselskandal und die Innere Sicherheit kamen kurz zur Sprache. Ein Überblick © Foto: -/MG RTL D/dpa