Generäle der Bundeswehr sollen seit Jahren die Regierungsflotte der Flugbereitschaft für eigene Dienstreisen genutzt haben. Dies zeigen Recherchen der Funke Mediengruppe unter Berufung auf interne E-Mails der Flugbereitschaft. Demnach wurden die entsprechenden Flüge als Trainings- und Ausbildungsflüge für die Piloten gekennzeichnet werden, um das für die Genehmigungen zuständige Verteidigungsministerium zu umgehen. 

Die Regierungsmaschinen stehen üblicherweise dem sogenannten politischen und parlamentarischen Bereich zur Verfügung. Anfrageberechtigt sind beispielsweise der Bundespräsident und die Mitglieder der Bundesregierung oder auch die Fraktionsvorsitzenden im Bundestag. Deren Reisen müssen jedoch vorab vom Verteidigungsministerium genehmigt werden.

Generäle der Bundeswehr gehören nicht zu den Anfrageberechtigten. Sie könnten theoretisch Sonderflüge im Verteidigungsministerium beantragen, müssten diese dann allerdings aus ihrem Haushalt bezahlen.

Das Verteidigungsministerium listete auf Anfrage der Zeitungen insgesamt 22 Aus- und Weiterbildungsflüge zwischen August 2015 und Juli 2017 auf, bei denen Bundeswehrgeneräle an Bord waren. Nach Angaben einer Ministeriumssprecherin besteht bei Aus- und Weiterbildungsflügen "grundsätzlich im Rahmen freier Kapazitäten die Möglichkeit des dienstlich veranlassten Mitfluges von Bundeswehrangehörigen (zum Beispiel bei Dienstreisen)".